Fricktal

Fricktaler Studien zeigen: Holz und Sonne bieten noch ein erhebliches Potenzial

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Das Potenzial für erneuerbare Energie im Fricktal ist vorhanden. Dies geht aus zwei Studien hervor. Vor allem im Bereich der Sonnenenergie und der Holznutzung liegen noch Potenziale brach.

Die Studien, die auf Einladung des Planungsverbandes Fricktal Regio vor Gemeindevertretern präsentiert wurden, wählten unterschiedliche Ansätze.

Während Energieberaterin Regula Bachmann die Energiebilanzen von einzelnen Gemeinden untersuchte und deren Potenziale analysierte, nahm Clea Henzen von der Ernst Basler und Partner AG das Energiepotenzial des gesamten Fricktals unter die Lupe.

Geringer Holzanteil

Clea Henzen anlysierte zuerst den Ist-Zustand und stellte fest, dass im gesamten Fricktal derzeit nur 14 Prozent der Wärme aus Holz erzeugt werden. Der Grossteil der Wärme werde aus Heizöl (45,5 Prozent) und Erdgas (38.5 Prozent) gewonnen.

Der Ist-Zustand beim Strom zeigt, dass nur rund ein Prozent des Stromes aus erneuerbarer Energie stammt. Ausgeklammert wurde in dieser Studie allerdings der von den Wasserkraftwerken erzeugte Strom.

«Rund 15 Prozent des Wärmeverbrauchs und rund ein Drittel des Stromverbrauchs im Fricktal könnte mit erneuerbarer Energie aus der Region abgedeckt werden», so Henzens Fazit bezüglich der Potenziale.

Bezüglich der Wärmeerzeugung ortet sie das Potenzial hauptsächlich beim Holz (Schnitzelheizungen, Wärmeverbünde) und bei der Erdwärme. «Beim Strom liegt grosses Potenzial im Bereich der Sonnenenergie.»

Nicht zu vernachlässigen sei zudem das Energiepotenzial, das durch Gebäudesanierungen abgerufen werden könne, so Clea Henzen weiter.

Neben der Förderung der brachliegenden Potenziale schlug sie als Massnahmen einen Energierichtplan und Informationskampagnen vor, um die Bevölkerung noch gezielter auf Energiefragen zu sensibilisieren. Die operative Leitung solle beim Planungsverband liegen, so ihr Vorschlag.

Die von Regula Bachmann durchgeführte Untersuchung befasst sich mit der Energieversorgung und -autonomie einzelner Gemeinden und den ungenutzten Zahlen. Die Daten wurden mittels eines Tools erfasst, das vom Bund bereitgestellt wurde.

Neben den acht Gemeinden, die zur Energierregion Fricktal gehören, nahmen auch Herznach, Laufenburg, Oberhof, Oeschgen, Wegenstetten und Zeiningen an der Studie teil.

Thema soll vertieft werden

Die Resultate zeigen bei der Wärmeproduktion auf den jeweiligen Gemeindegebieten Autonomiequoten von 5 bis 50 Prozent. Die Potenziale werden auf weitere 15 bis 130 Prozent veranschlagt.

In Sachen Stromproduktion auf Gemeindegebiet liegen die Quoten meist unter einem Prozent. Laut Regula Bachmann sind aber Potenziale von 20 bis 180 Prozent ungenutzt.

Im Wärmebereich könne sich die Mehrzahl der Gemeinden langfristig zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien versorgen, wenn auch dem Sparen von Wärmeenergie Priorität zugemessen werde, ist Regula Bachmann überzeugt. Im Strombereich sieht sie die wichtigsten einheimischen Potenziale bei der Photovoltaik und der Windkraft.

Hansueli Bühler, Präsident von Fricktal Regio, betonte, dass die beiden Studien nun nicht in der Schublade verschwinden sollen.

«Es soll etwas daraus entstehen», so Bühler. Eine Tagung für die Gemeinden zur Umsetzung der Studien sei angedacht.

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