Kirche

Fünf Aargauer Pfarreien verweigern dem Vatikan das Papstopfer

Kirchenkollekte

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Aus Protest gegen den Vatikan weigern sich fünf katholische Pfarreien im Fricktal, am (morgigen) Sonntag das alljährliche Papstopfer einzusammeln. Die Kollekte der Gläubigen wollen die Pfarreien notleidenden Menschen in der Region spenden.

Die Schlagzeilen aus den Vatikan machten «ohnmächtig und zornig», heisst in einer schriftlichen Stellungnahme der fünf Pfarreien. Es gehe um die Themen Vatikanbank, Piusbrüder sowie um die VatiLeaks- Affäre. Das konterkariere die Arbeit, welche die Seelsorgenden und viele Ehrenamtliche in den Pfarreien leisteten.

«Wir wollen unseren Mitgliedern in den Pfarreien sagen, dass wir nicht einverstanden sind. Wir leiden darunter», sagte Martin Linzmeier, Leiter der katholischen Kirchgemeinde Gipf-Oberfrick, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

«Wir kündigen für einen Moment mal die Solidarität auf. Wir hoffen, dass es ankommt. Wir haben jedoch das Gefühl, dass wir ohnehin nicht gehört werden», betonte Linzmeier.

Ein Zeichen setzen

Um einen «Zeichen zu setzen» verzichten die Pfarreien des Seelsorgeverbands Tierstein im Kanton Aargau - Gipf-Oberfrick, Frick, Oeschgen, Wittnau, Wölflinswil-Oberhof - in diesem Jahr darauf, das Papstopfer einzuziehen.

Es geht um paar hundert Franken

Beim Papstopfer handelt es sich um eine seit Jahrhunderten traditionelle Geldsammlung, die dem Vatikan in Rom überwiesen wird. Die Kollekte soll die Verbundenheit der Gläubigen mit dem Vatikan ausdrücken.
Der Protest der Pfarreien im Fricktal hat symbolischen Charakter. Gemäss Linzmeier kommen in den fünf Gemeinden insgesamt jeweils 600 bis 700 Franken als Papstopfer zusammen. Bei anderen Kollekten gebe höhere Beträge. «Auch die Gläubigen blockieren», hielt er fest.

Die Reaktionen auf die Aktion der fünf kleinen Pfarreien seien überwiegend positiv ausgefallen. Andere Fricktaler Pfarrgemeinden ziehen am Sonntag das Papstopfer wie üblich ein.

Im Dialog mit Bistum

Ein Treffen der Aufmüpfigen mit einem Vertreter der Leitung des Bistums Basel fand diese Woche statt. Beide Seiten bezeichneten das Treffen als «offene Aussprache».

Man sei im Dialog, heisst es beim Bistum Basel. Man glaube nicht, dass es einen Konflikt gebe, sagte eine Sprecherin des Bistums im Regionaljournal Aargau/Solothurn von Schweizer Radio. Es handle sich um eine einmalige Aktion, die auf dieses Jahr beschränkt sei.

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