Rheinfelden

Für einen besseren Umweltschutz: Einkaufen ohne Verpackungsmüll

Am 4.Februar eröffnet Brigitta Fend ihren Laden.

Am 4.Februar eröffnet Brigitta Fend ihren Laden.

Brigitta Fend eröffnet in der Rheinfelder Altstadt einen Laden – «Nur so... unverpackt einkaufen» lautet das Motto.

Noch ist das Schaufenster an der Rheinfelder Geissgasse grossflächig abgeklebt: «Nur so... unverpackt einkaufen» heisst es auf dem Plakat; daneben steht das ­Eröffnungsdatum vom 4. Feb­ruar.

Im Innern des Ladens ist Brigitta Fend aber schon seit einiger Zeit fleissig, hat etwa Regale gebaut «aus alten Paletten und Mehrschichtplatten» oder hat die grossen Gläser aufgehängt, in denen sie künftig etwa Reis, Linsen, Müesli, Nüsse, Trockenfrüchte oder Gewürze anbieten wird. In der verbleibenden Zeit bis zur Eröffnung, werden die Waren nun nach und nach geliefert und die Gestelle und Gläser gefüllt.

Kunden bringen die Gefässe selber mit

Sie sei aufgeregt, freue sich aber sehr auf die Eröffnung, sagt Fend. Die 60-Jährige ist in Rheinfelden keine Unbekannte, hat sie doch zehn Jahre die ­Piazza Bar geführt. In den letzten Jahren war sie im Aussendienst für Naturprodukte im Kosmetik- und Gesundheits­bereich tätig. Dabei habe sie sich immer mehr Gedanken gemacht, wie man umweltverträglicher einkaufen könne. «Dieser Plastikabfall überall geht mir auf den Wecker», sagt sie. Nun macht sie sich mit einem Laden, in dem man die Waren unverpackt einkauft, selbstständig.

Dabei profitiert Fend vom Know-how ihrer Nichte, die in Winterthur bereits einen «Unverpackt»-Laden führt. «Sie half mir auch bei Kontakten zu Lieferanten», so Fend. 80 Prozent des Sortiments seien Bio-Produkte ebenfalls rund 80 Prozent stammen aus der Schweiz. Dabei arbeitet Fend auch mit Landwirten und ­Produzenten aus der Region zusammen. So gibt es im «Nur so...» etwa künftig Konfitüre, Senf, Wein oder Bier aus dem Fricktal. «Ich bin dabei stets auf positive Reaktionen gestossen», freut sich Fend. «Gewisse Produzenten sind dabei von sich aus auf mich zu gekommen.»

Nicht nur auf der Produzentenseite stösst der neue Laden auf Interesse. «Kaum hatte ich das Plakat im Schaufenster, hat schon jemand in den sozialen Medien gepostet, dass in Rheinfelden ein ‹Unverpackt›-Laden eröffnen wird», so Fend. «Und immer wieder schauten Leute herein und fragten, wann es ­losgeht.»

Die Reaktionen stimmen Fend denn auch optimistisch, dass das «Unverpackt»-Konzept in Rheinfelden funktioniert. Sie weiss aber auch: «Es ist eine ganz andere Einkaufsphilosophie.» Die Kunden kaufen viel bewusster ein und bringen die Gefässe für ihre Einkäufe mit. «Ich habe allerdings auch Säckchen und Behälter, die man kaufen kann, falls man nichts Passendes dabei hat», so Fend. Zudem plant sie eine Tauschbörse für Gefässe.

«Junge Leute achten heute mehr auf Nachhaltigkeit», weiss Fend – und hofft, dass sie sich bald eine Stammkundschaft erarbeitet. Doch auch für ältere Leute und Single-Haushalte sei ihr Laden ideal. «Man kauft nur so viel ein, wie man gerade braucht und man zahlt nur die effektive Warenmenge.»

Meistgesehen

Artboard 1