Herznach

Fussballlegende Karli Odermatt eröffnet den Bergwerk-Stollen mit einem Knall

Das Bergwerkfest am Wochenende in Herznach war ein Publikumsmagnet. Die Basler Fussballlegende Karli Odermatt ist Stollengötti und durfte den neuen Stollenbereich stilecht mit einem Schuss mit dem Fussball eröffnen.

Karli Odermatt hat es immer noch drauf. Mit einem starken Schuss eröffnete die Basler Fussballlegende am Bergwerkfest am Samstag den neuen Stollenbereich. Während das Lied «Karli none Gool» lief, schoss Odermatt (76) den Ball durch einen rot-blauen Vorhang und löste damit einen Knall aus. Kein Wunder eigentlich, denn am Ende des zum ersten Mal öffentlich zugänglichen Teils befindet sich das Sprengstofflager – das am Wochenende jedoch «nur» die Bar enthielt.

Bergwerkfest in Herznach 2019

Bergwerkfest in Herznach 2019

Bergwerkfest in Herznach 2019. 31.August 2019

Dass Karli Odermatt, 1973 Fussballer des Jahres, mehrfacher Schweizer Meister und Cup-Sieger, heute Kult ist, machten die vielen Begleiter im Stollen deutlich. Von Stefan Schraner, Präsident des Bergwerk-Vereins, befragt, erzählte er Anekdoten aus seinem Leben, berichtete vom grössten Spiel seines Lebens 1971 mit der Nati gegen England vor 100 000 Zuschauern, wo er nach einem 0:1-Rückstand den Ausgleich erzielte. Oder als er Seite an Seite mit Franz Beckenbauer und Günter Netzer in einer Weltauswahl in Barcelona spielte.

Das Bergwerk ist ein «einzigartiges Kulturgut»

Fast wäre dabei die Hauptsache, die Eröffnung des neuen freigelegten Stollenbereichs, zur Nebensache geworden. Aber eben nur fast. Schon vor dem offiziellen Festakt mit Ansprachen und Beiträgen der Musikgesellschaft Zeihen strömten viele Besucher in den Stollen – vielleicht auch, weil es dort erfrischend kühl war, während draussen um die 30 Grad herrschten.
Am Eröffnungsakt bei der Werkhalle sprachen Grossratspräsidentin Renata Siegrist-Bachmann, Thomas Pauli, Abteilungsleiter Kultur Kanton Aargau, sowie Herznachs Gemeindeammann Thomas Treyer Grussworte. Siegrist-Bachmann, zum ersten Mal im Bergwerk zu Gast, sagte: «Die Männer und Frauen, die das hier für uns sichtbar machen, die ihre Freizeit und Leidenschaft einsetzen, haben grossen Dank verdient.» Und: «Es kommt Ehrfurcht auf vor dem, was hier geleistet worden ist.» Thomas Pauli bezeichnete das Bergwerk als «ein wichtiges und einzigartiges Kulturgut», das es aber ohne die freiwilligen Leistungen in der heutigen Form nicht geben würde.

Der Kanton Aargau habe dem Bergwerk-Verein bislang 340 000 Franken zur Verfügung gestellt «und das aus gutem Grund». Pauli konkret: «Der Verein ist im Trend, er schafft eine touristische Attraktion mit Güte.» Der Verein sei ein Paradebeispiel für die Aktivierung von Bevölkerung, Geschichte und Kulturerbe der Region. An die Vereinsverantwortlichen und -mitglieder richtete Pauli ein dickes Lob: «Ihr macht einen super Job, deshalb ist es richtig und wichtig, dass der Kanton unterstützend tätig ist.»

OK-Präsident Geri Hirt erklärte, man habe das diesjährige Bergwerkfest unter das Motto «Ein Fest mit Freude» gestellt. Freude herrschte denn auch das ganze Wochenende auf dem ganzen Gelände. Freie Besichtigung von Museum und erweitertem Stollen, ein Regionalmarkt an der Bergwerkstrasse, musikalische Unterhaltung durch verschiedene Formationen auf dem gesamten Festgelände, Bahnbetrieb sowie eine Ausstellung von Daniel Schwarz, Franz Arnold, Dominik Bingisser, Monika Hüsser und Remy Schärer waren die Merkmale der Veranstaltung. Die Rahmenbeiträge lieferten neben den Musikgesellschaften Zeihen und Herznach-Ueken verschiedene Formationen.

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