Polizeiauto im Rhein

«Ganz schön peinlich»: Deutsche Medien schütten Häme über ihre Polizei aus

Nachdem ein Schweizer Hobbytaucher im Rhein bei Mumpf das versunkene deutsche Polizeiauto gefunden hat, halten sich die deutschen Medien nicht zurück mit klaren Worten - an die Adresse ihrer Beamten.

«Hallo Pannen-Auto», begrüsst der «Südkurier» den VW Passat, den zwei deutsche Polizisten im Juni 2013 im Rhein versenkt hatten – weil sie vergassen, die Handbremse anzuziehen.

«Die Welt» blickt genüsslich auf jenen fatalen Juniabend zurück: «Eben waren die Polizisten noch mit einer Personenkontrolle beschäftigt, da unterbrachen sie sie jäh und rannten los.» Vergeblich, «blubb, blubb, weg war’s!» («Bild»). 

Der Tauchgang am Montag zu dem gesunkenen Polizeiauto

Der Tauchgang am Montag zu dem gesunkenen Polizeiauto

In einem Punkt sind sich die deutschen Medien einig: Es war doppelt peinlich. Zum einen der Vorfall; zum anderen die Tatsache, dass nun ein Hobbytaucher das schaffte, «was der deutschen Polizei trotz intensiver Suche mit Helikoptern, Booten und einem Grossaufgebot an Beamten nicht gelang», nämlich das Autowrack zu finden, schreibt «Focus online».

«Deutschland spottete», erinnert sich «Die Welt». Und tut es wieder: «Hobby-Taucher blamiert die deutsche Polizei», bilanziert «Focus online», die «Huffington Post» kommentiert: «Dass jetzt ein einzelner Hobbytaucher das verlorene Auto fand, macht die Sache nicht besser.» Und «Bild» doppelt nach: «Alles, was er dazu benötigt hatte, war eine Pressluftflasche, seine Badehose – und ein wenig Grips.»

«Natürlich ist ein gewisses Gespött auf die Polizei zurückgefallen», sagte Hans-Willi Müller von der Polizei Waldshut-Tiengen am Montag am Ort des Geschehens.

«Natürlich ist ein gewisses Gespött auf die Polizei zurückgefallen», sagte Hans-Willi Müller von der Polizei Waldshut-Tiengen am Montag am Ort des Geschehens.

Immer wieder wird ob der langen Suchzeit, «bei der sich die Polizei auch nicht mit Ruhm bekleckerte» («Huffington Post») auch die Frage gestellt, ob die Polizei überhaupt willens war, den Dienstwagen zu finden. Ja, selbst düstere Verschwörungstheorien machten in Bad Säckingen die Runde, weiss die «Badische Zeitung». Man fragte sich: Was hat die Polizei zu verbergen? Hat sie das Auto vielleicht absichtlich versenkt?

Immerhin: «Mehr als Spott», klärt «Bild» seine Leser auf, «mussten die beiden Polizisten nicht ertragen.» So ein Malheur könne im Eifer des Gefechts schon mal passieren, wird Polizeisprecher Paul Wissler zitiert. Der Fahrer sei weder gerügt noch zur Kasse gebeten worden.

Und nun? Jetzt geht es an die Bergung des Wagens. Diese, so hofft Autowrack-Entdecker Michael Tschannen laut der «Badischen Zeitung», werden die Deutschen jetzt aber wenigstens selber hinbekommen. On verra.

Nach dem Verschwinden des Autos 2013 machten sich auch diese Narren an der Fasnacht in Bad Säckingen über die Polizei lustig:

Narren in Bad Säckingen suchen das Polizeiauto im Rhein

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