In der Fusionsgemeinde Bözberg kommt für die beiden Schützenvereine trotz Mitgliederschwund ein Zusammenschluss nicht infrage. Den freundschaftlichen Umgang mit der Konkurrenz pflegen sei selbstverständlich, mehr aber nicht.

Anders verhielt sich das bei den Schützenvereinen in Kaisten und Ittenthal. Für die Schützengesellschaft Ittenthal hiess es kurz vor Start der neuen Gemeinde Kaisten mit Ortsteil Ittenthal «Ende Feuer». Sie schlossen sich ihren Kameraden aus Kaisten an. Nicht ganz freiwillig.

Hätten sie weitergemacht, wäre eine grosse Investition unausweichlich gewesen. Das Umweltschutzgesetz schreibt künstliche Kugelfänge vor. Die Kaister Gemeindeverantwortlichen beschlossen, nur noch in eine Schiessanlage, jene in Kaisten, zu investieren. Die anderen Dorfvereine blieben eigenständig.

So auch in der seit 2010 bestehenden Fusionsgemeinde Mettauertal mit ihren fünf Ortsteilen. Dass gleichwohl «Heiratsgedanken» über die Ortsteilgrenzen hinaus immer wieder ein Thema sind, hat mit den schwindenden Mitgliederzahlen zu tun.

So erklärt etwa Gabriela Thoutberger, Präsidentin vom Frauenturnverein (FTV) Etzgen, dass sie schon vor Bestehen der neuen Gemeinde darüber diskutiert hätten. Die Fühler wurden nach Mettau wie auch nach Wil ausgestreckt.

Mehr als nur Fühler ausgestreckt und den Bund der Ehe vollzogen haben in diesem Jahr die Turn- und Damenturnvereine Wil und der Turnverein Hottwil mit der Gründung zum Turn- und Sportverein (TSV) Mettauertal.

Kultur im Dorf

«Bei unserem Verein geht es nicht nur ums Turnen», sagt Gabriela Thoutberger. «Es geht auch um das Miteinander und ganz besonders auch um viel Kulturelles.» Als Beispiel nennt sie die Etzger Kürbisbeleuchtung (die nächste findet am 6. und 7. November statt).

Bei diesem Event seien alle Vereinsmitglieder intensiv eingespannt «und mit ganz viel Herzblut dabei.» Um den mittlerweile sehr grossen Anlass auch stemmen zu können, helfen auch die Vereine der anderen Ortsteile intensiv mit.

Dass der kleine Ortsteil eng zusammenspannt, ein Grossteil der Bevölkerung und somit auch viele Vereinsmitglieder sich gemeinsam für eine Sache einsetzten, zeigt zudem das Beispiel um den Erhalt der Schule im Ortsteil.

Am 22. November wird an der Urne über die vom Gemeinderat beantragte Schliessung abgestimmt. «Wir brauchen die Turnhalle», sagt Gabriela Thoutberger und zählt alle turnenden Vereine auf. Die Halle werde auch von Sportvereinen ausserhalb Etzgen beansprucht.

Erhalt der Kultur im Dorfteil

Die Präsidentin ist überzeugt, dass selbst wenn der FTV Etzgen mit anderen Ortsteilen fusioniert, für den Erhalt der Kultur im Ortsteil Etzgen ein entsprechender Verein gegründet werden müsste. Das ist auch im Kaister Ortsteil Ittenthal so geschehen.

Hier sorgte seit der Fusion der Verein Üttlete 1297 dafür, dass Traditionelles nicht verloren geht. 2012 hat der Verein die ehemalige Ittenthaler Schützenstube gekauft.

Die ebenfalls seit 2010 bestehende Fusionsgemeinde Laufenburg mit Ortsteil Sulz überlässt es ebenfalls ganz ihren Vereinen, ob sie im Alleingang oder im Zusammengehen die Zukunft gehen.

Vizeammann Meinrad Schraner erklärt, dass ihm lediglich ein Vereinszusammenschluss – jener des Kirchenchors – bekannt sei. Wie wichtig Vereine für die Gemeinde sind, macht Schraner mit dem Hinweis auf eine Plattform, die es erst sein einem Jahr gibt, deutlich: «Mit dem Vereinsforum, das immer im September stattfindet, wird die Koordination und Kommunikation unter den Vereinen und zu den Behörden gestärkt und gefestigt.»