Kreisschule Thierstein
Gemeinden sagen Nein: Es ist das Aus für die Wegenstetter Oberstufe

Oberhof, Wölflinswil, Wittnau und Gipf-Oberfrick sagen endgültig Nein zum Kreisschulprojekt Thierstein.

Hans Christof Wagner
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Was passiert jetzt mit dem Oberstufenschulhaus in Wegenstetten?

Was passiert jetzt mit dem Oberstufenschulhaus in Wegenstetten?

Claudio Thoma (21. November 2018

Aus dem Kreisschulprojekt Thierstein wird nun endgültig nichts. Ohne Vorteile, womöglich sogar riskant sei eine Zusammenarbeit zwischen den beiden Oberstufen von Gipf-Oberfrick und Wegenstetten: So tönt es in einer gestern gemeinsam von den Gemeinderäten Oberhof, Wölflinswil, Wittnau und Gipf-Oberfrick versendeten Medienmitteilung.

Zuletzt am Mittwoch hatten sich noch einmal Gemeinderäte aller acht am Projekt beteiligten Gemeinden zusammengesetzt. Wobei sich Gipf-Oberfrick und die drei Gemeinden des Benkentals schon zuvor festgelegt hatten – auf eine ablehnende Haltung. «Wir waren uns in der Talschaft am Ende sehr einig», berichtet Gipf-Oberfricks Schulgemeinderätin Verena Buol auf Nachfrage. Einig darin, dass es ohne Schüleraustausch keinen Sinn mache, dass mit einem drohenden Abfluss von Ressourcen ins Wegenstettertal Gipf-Oberfrick sogar eine Schwächung ­davontragen könnte.

Buol verweist darauf, dass vor dem Hintergrund der neuen Führungsstrukturen der Aargauer Schulen der Gemeinderat Gipf-Oberfrick ab 2022 auch für den Standort Wegenstetten zuständig gewesen wäre. «Organisatorisch zu aufwendig und nicht optimal», sagt sie. «Dafür hätten wir ein komplett neues Gefäss erfinden müssen.»

Der Oberstufenstandort Gipf-Oberfrick sei «mittel- und langfristig gesichert», sagt Buol. «Mit dem Zuzug nach Gipf-Oberfrick und den Regos-Gemeinden funktioniert das.» Der Kanton hätte einer Verlängerung der Ausnahmebewilligung für die Kreisschule Wegenstetten-Hellikon nur für den Fall zugestimmt, dass sämtliche acht an Thierstein beteiligten Gemeinden ein Pro-Statement dazu abgeben.

Dazu hatte er ihnen bis zum 15. Dezember Zeit gelassen. Jetzt, zehn Tage vor Fristablauf, haben Oberhof, Wölflinswil, Wittnau und Gipf-Oberfrick ihr Kontra kundgetan. Und damit das Aus für den Oberstufenstandort Wegenstetten besiegelt. Mit Ende des Schuljahres 2020/21 ist dort Schluss. Ohnehin hatte man sich dort nur noch mit einer Ausnahmebewilligung des Kantons am Leben erhalten können, nachdem die Möhliner Schüler nicht mehr kamen.

Gemeindeammann: «Man kann niemanden zur Heirat zwingen»

Nach Möhlin werden ab August 2021 die Sek-Schüler aus dem Wegenstettertal wohl gehen müssen. Darüber ist sich angesichts der jüngsten Entwicklung auch Felix Wendelspiess, Gemeindeammann von Wegenstetten, im Klaren. Auch aus seiner Sicht war der Schüleraustausch, der für das Wegenstettertal nicht in Frage gekommen sei, eine der Hürden, die bis zuletzt im Weg standen.

«Zudem stand die Angst im Raum, dass bis zu 20 Prozent an Ressourcen zu uns abfliessen könnten», sagt er. Dabei habe die Wegenstetter Schulleitung bestätigt, mit den vorhandenen Lektionen auszukommen. Aber: «Wir müssen das jetzt so akzeptieren. Man kann niemanden zur Heirat zwingen.»