Fricktal

Gemeinden setzen auf ein stetes, aber langsames Wachstum

In Kaisten wird mit einer aktiven Erschliessungspolitik ein sanftes Wachstum angestrebt. sh

In Kaisten wird mit einer aktiven Erschliessungspolitik ein sanftes Wachstum angestrebt. sh

Viele Gemeinden im Kanton Aargau sind über 75 Prozent überbaut. Im Fricktal fallen besonders Kaisten, Sisseln, Münchwilen und Obermumpf fallen durch einen niedrigen Überbauungsgrad auf

Der Kanton Aargau plant in den kommenden Jahren, 100 000 neue Einwohner aufzunehmen. Dazu sind neue Wohnungen notwendig.

Da die meisten Gemeinden einen Überbauungsgrad von über 75 Prozent aufweisen, stehen im Fricktal Kaisten, Sisseln, Obermumpf und Münchwilen besonders im Fokus, da diese Gemeinden einen besonders niedrigen Überbauungsgrad haben.

Welche Massnahmen werden die Gemeinden im Einzelnen ergreifen, um mehr Wohnraum ohne neue Zersiedelung zu ermöglichen?

Die Gemeindeschreiber, Manuel Corpataux (Kaisten), Heribert Meier (Sisseln), Marco Treier (Obermumpf) und Marius Fricker (Münchwilen) betonen unisono, dass in ihren Gemeinden bereits eine rege Bautätigkeit herrsche. Nachhaltiges, stetiges Wachstum, sei dabei das Ziel.

Wachstum ist Gratwanderung

Die Zielsetzung in Kaisten mit seinen aktuell 2600 Einwohnern ist laut Manuel Corpataux eine aktive Erschliessungspolitik um Wohnungsbau zu ermöglichen. «Wir haben noch diverse Flächen, die noch nicht erschlossen sind», betont er.

«Das Wachstum sollte langsam, aber stetig ablaufen, um die Infrastruktur nicht zu überlasten», beschreibt er den Balanceakt zwischen Wachstum einerseits und dem Erhalt kultureller Identität andererseits.

Er betont, dass zu schnelles Wachstum neue Probleme mit sich bringe. Man müsse beispielsweise genug Schulräume bereitstellen. Aber ohne Wachstum gehe es auch nicht.

«Den Menschen und der Verwaltung ist es sehr wichtig, die Infrastruktur, die wir vor Ort haben zu erhalten», präzisiert er die Ziele von Kaisten.

Eine Umfrage unter Grundstücksbesitzern habe ergeben, dass viele von Ihnen ihren Boden für ihren Nachwuchs behielten.

Sisseln wächst

In Sisseln sei das Bautempo momentan ziemlich hoch, meint Heribert Meier. In letzter Zeit habe man neue Baugebiete erschlossen, auf die künftig Einfamilien-, Zweifamilien- und Doppelhäuser gebaut würden, so der Gemeindeschreiber.

Aber auch Parzellen mit älteren Gebäuden seien interessant, bekräftigt er. «Wir verdichten durch Neubauten, wo früher ein Einfamilienhaus stand, dort steht in Zukunft vielleicht ein Haus mit fünf Wohnungen», beschreibt er die Strategie.

Durch die starke Industrie vor Ort sei die rege Bautätigkeit in jedem Fall notwendig, erklärt er. «Unsere Infrastruktur ist in einem guten Zustand – vieles wird neu gebaut», freut sich der Gemeindeschreiber. Man wolle ein Familiendorf bleiben und baue auf die offene Jugendarbeit, fährt er fort.

Einfamilienhäuser bauen

In Obermumpf sind laut Gemeindeschreiber Marco Treier die Grundstücksbesitzer nicht bekannt. «Wir haben viel Bauland und bauen bereits viel», beschreibt er die Situation in der Gemeinde. «In Obermumpf wird Neubau allgemein begrüsst», erklärt er. Hauptsächlich würden Einfamilienhäuser gebaut, die sich in das bestehende Dorfbild einfügen.

Nachhaltigkeit wichtig

Marius Fricker, der neue Gemeindeschreiber von Münchwilen sorgt sich darum, dass zu viel Wachstum die Dorfstrukturen überlasten könnte. Gleichwohl, die Tendenz gehe auch in Münchwilen Richtung Wachstum – wobei Nachhaltigkeit vor Schnelligkeit gehe, so Fricker abschliessend.

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