Die Gemeindeversammlung vom 24. Juni 2016 hatte einen Projektierungskredit für eine Sanierung und Erweiterung der Mehrzweckhalle 1958 genehmigt. Daraufhin setzte der Gemeinderat eine Baukommission aus Gemeinde-, Vereins- und Schulvertretern ein. Gestützt auf ein detailliertes Raumprogramm der Gemeinde wurde einem Architekturbüro mit der Erarbeitung des Projekts beauftragt.

Bereits in einem frühen Planungsstadium zeigte sich, dass die Bausubstanz des Anbaus so schlecht ist, dass dieser abzubrechen und durch einen Neubau zu ersetzen ist. Der Anbau beherbergt heute unter anderem die Küche sowie Räume für die Mittagstischverpflegung.

Dagegen ging der Gemeinderat davon aus, dass der Zustand des Hauptgebäudes deutlich besser ist. Bei der Ausarbeitung des Bauprojekts galt es unter anderem den Nachweis zu erbringen, die verschärften Vorschriften der Erdbebensicherheit erfüllen zu können. Alleine die dazu erforderlichen Arbeiten für die statischen Verbesserungen des Holzbaus lösen Mehrkosten in der Höhe von rund 400 000 Franken aus, heisst es in einer Mitteilung des Gemeinderates. Weiter habe sich gezeigt, dass die Haustechnik nicht mehr den heutigen Anforderungen entspreche und weitgehend zu ersetzen sei, was gegenüber den ursprünglichen Kostenschätzungen Mehraufwendungen von rund 500 000 Franken verursache. Weitere hohe Mehrkosten ergäben sich im Bereich der Bühne, des Brandschutzes, der Wärmedämmung und bei der Küche für die Mittagstischverpflegung.

Kosten stehen im Missverhältnis

Insgesamt würde die Sanierung der Mehrzweckhalle mit Bühnenanbau zusammen mit dem Abbruch und Neubau des Anbaus Kosten von über sechs Millionen Franken verursachen. «Diese Summe stünde im Vergleich zu einem kompletten Abbruch und Neubau in einem Missverhältnis. Auch mit einer weitreichenden Verzichtsplanung könne kein vertretbares Kosten-Nutzen-Verhältnis erreicht werden», heisst es in der Mitteilung weiter. Der Gemeinderat hat sich daher entschieden, die Planung einer Sanierung und Erweiterung der Mehrzweckhalle 1958 abzubrechen, wobei der Projektierungskredit abgeschlossen und abgerechnet wird.

Angesichts der schlechten Bausubstanz und der weiterhin bestehenden Platznot für den Mittagstisch und die ausserschulische Betreuung sei klar, dass bald eine neue Planung aufzunehmen ist. «Das Projekt eines Neubaus ist dabei eine neue Ausgangslage», so der Gemeinderat. Ausserdem sei zu prüfen, ob die Rahmenbedingungen noch die gleichen sind wie beim Projektstart vor rund zwei Jahren. Deshalb solle vorerst eine breit abgestützte Bedürfnisanalyse für Schule, und der Vereine im Schulareal durchgeführt werden. Dies auch unter Berücksichtigung bereits bekannter künftiger Herausforderungen wie zum Beispiel der Einführung des Lehrplans 21, heisst es in der Mitteilung.