Weihnachten ist das Fest der Liebe, des Zusammenseins und der Familie – für die Menschen, die eine haben. Aber es gibt auch Menschen, die sind allein. Weil der Partner verstorben ist, weil eine Beziehung in die Brüche ging oder weil man sich entfremdet hat. Für diese Menschen organisieren die Diakoniegruppen der römisch-katholischen Pfarrei und der Reformierten Kirchgemeinde Frick an Heiligabend eine offene ökumenische Weihnachtsfeier.

Ins Leben gerufen haben das Projekt Vreni Meier, Leiterin der Diakoniegruppe der römisch-katholischen Pfarrei, und Johanna Berger, damals diakonische Mitarbeiterin bei der reformierten Kirchgemeinde. «Wir hatten uns beide schon länger Gedanken zu dem Thema gemacht und es dann einfach probiert», erzählt Meier. Gleich zur ersten Feier 2008 kamen über 20 Personen. «Das war für uns die Bestätigung, dass das ein Bedürfnis ist», sagt Meier. Seither findet jedes Jahr eine Feier statt, die beiden Kirchen wechseln sich bei der Organisation ab.

Freiwillige Helfer gesucht

«Es gibt viele Gäste, die inzwischen schon seit mehreren Jahren kommen», sagt Meier. Alleinstehende oder Ehepaare, meist ältere Menschen, die in diesem Rahmen den Heiligabend verbringen möchten. Über 30 Gäste empfangen die Organisatoren jedes Jahr. Anmeldungen nehmen sie bis eine Woche vor der Feier entgegen.

«Danach gilt es, die letzten Details zu klären», sagt Meier. Zum Anlass gehört, dass die Gäste auf Wunsch abgeholt und nach der Feier wieder nach Hause gebracht werden. Bei der Feier wird ein mehrgängiges Menü serviert. All das bedarf des Einsatzes mehrerer Helfer. Für die Organisatoren aber ist es nicht immer einfach, diese freiwilligen Helfer zu finden – gerade weil es Heiligabend ist. «Viele verbringen diesen am liebsten im Kreis der Familie. Das ist verständlich», sagt Vreni Meier. Irgendwie schaffe man es aber immer, genug helfende Hände zu finden. So auch in diesem Jahr. Und zur Not packt Meier auch selber in der Küche an. Sie lacht und sagt: «Die Gäste an der Feier erwarten kein Gourmet-Menü. Viel wichtiger ist ihnen das Zusammensein.»

Die Freude an der Freude

Traditionell wird an der Feier auch eine Weihnachtsgeschichte vorgelesen, und gemeinsam werden Weihnachtslieder gesungen. An der Feier steht die besinnliche Komponente im Vordergrund, der religiöse Aspekt auch.

Diese Besinnlichkeit, die Gespräche, die Momente der Stille, das Zusammensein – es ist das, was Vreni Meier an der Feier besonders schätzt. Es ist der Grund, weshalb sie sich Jahr für Jahr wieder engagiert und ihren Heiligabend hier verbringt. «Es macht mir Freude zu sehen, dass andere Menschen Freude haben», sagt sie. «Das ist doch der Sinn von Weihnachten.»