Kaisten

Georg Winter erhält das Ehrenbürgerrecht

Georg Winter (Mitte) bekam an der Gemeindeversammlung das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Kaisten verliehen. Der Gemeinderat würdigte damit seine wertvollen Verdienste.

Georg Winter (Mitte) bekam an der Gemeindeversammlung das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Kaisten verliehen. Der Gemeinderat würdigte damit seine wertvollen Verdienste.

Der Souverän von Kaisten zeichnet den ehemaligen Gemeindeschreiber und Geschichtsforscher für «wertvolle Verdienste» aus.

Als Georg Winter am Freitagabend durch den Mittelgang des Plenums in Richtung Gemeinderat schritt, erhoben sich die Kaister Stimmbürger und spendeten ihm lang anhaltenden Applaus. Kurz zuvor hatte der Souverän den Antrag des Gemeinderates, Georg Winter das Ehrenbürgerrecht «in Anerkennung seiner wertvollen Verdienste» zu verleihen, einstimmig genehmigt. «Ich bin total überwältigt», sagte der 85-jährige Winter an der Gemeindeversammlung – 150 der 1801 Stimmberechtigten waren anwesend – nachdem ihm Gemeindeammann Arpad Major den Ehrenbürgerbrief überreichte. Insgesamt ist Winter die fünfte Person, der das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Kaisten verliehen wurde.

In einer Laudatio schilderte Major, wie er bei einer Bannwanderung Winter zum ersten Mal bewusst getroffen hat. Mit Blick vom Fasnachtsberg herunter auf das Dorf habe er Winter mit Bewunderung zugehört, wie dieser Anekdoten und Ereignisse von grösserer Tragweite erzählte. «Tief beeindruckt» sei er gewesen, dass jemand so viel über das Dorf wissen konnte. «Ich und auch andere haben dich deswegen auch schon als ‹lebendiges Lexikon der Kaister Dorfgeschichte› bezeichnet», so Major in seiner Laudatio zu Winter.

Unzählige Seiten an Dorfgeschichte

Dass all diese Kaister Begebenheiten noch in Erinnerung geblieben sind, habe mit einigen der positiven Eigenschaften von Winter zu tun. Neben einem ausgezeichnetem Gedächtnis – «einmal Abgespeichertes ist scheinbar einfach für immer da» – seien dies seine grosse Liebe zum Dorf und seine Hartnäckigkeit bei der Nachforschung und beim Stöbern in all den vorhandenen Archiven, so Major.

40 Jahre ist es her, als Winter die Jahresschrift «Kaister Rückspiegel» mitbegründete und seither unzählige Seiten an Dorfgeschichte niedergeschrieben hat. «Der ‹Kaister Rückspiegel› hat nicht nur einen besonderen Platz in den Herzen der Kaister von nah und fern, sondern auch einen Platz in der Geschichtsschreibung unseres Dorfes erobert», sagte Major. Weiter präsidierte Winter verschiedene Vereine im Dorf, initiierte beim Verschönerungsverein die Bannwanderungen und singt seit Jahrzehnten im Kirchenchor mit.

Nicht nur kulturell auch mit seiner Arbeit als Gemeindeschreiber hat Winter das Dorf geprägt. 21 Jahre war Winter alt, als er im Jahr 1954 Gemeindeschreiber von Kaisten wurde. Zu dieser Zeit war er der jüngste Gemeindeschreiber des Kantons. Knapp 43 Jahre lang hat Winter dieses Amt in der Gemeinde ausgeübt.

«Einfach der ‹Weibel-Georg›»

In seiner Dankesrede sagte Winter, dass man ihn in Verlegenheit brächte, wenn man ihn nun mit «Herr Ehrenbürger» ansprechen würde. «Ich bin weiter der ‹alt Gemeindeammann›, und für die Alteingesessenen bin ich weiterhin einfach der ‹Weibel-Georg›», so Winter.

Verantwortlich für die Verbundenheit mit dem Dorf sei unter anderem sein Vater gewesen, erzählte Winter. Als Gemeindeweibel musste sein Vater die Post im Dorf austragen. «Ich musste ihm helfen. Er hat mich auf die Höfe geschickt, um dort die Post hinzubringen», so Winter, der durch die Botengänge in jungen Jahren mit vielen aus dem Dorf ins Gespräch kam. «Für mich war stets einfach wichtig, das Dorf und seine Leute zu kennen», so Winter. Zum Schluss seiner Dankesrede betonte er: «Wenn wir zusammenhalten, alle am gleichen Strick ziehen, bleiben wir eine gute Dorfgemeinschaft.»

Neben der Verleihung des Ehrenbürgerrechts standen elf weitere Traktanden auf dem Programm. Der Souverän stimmte – bis auf eine Ausnahme – allen Sachgeschäften mit grosser Mehrheit zu. Beim Traktandum «Beitritt der Elektra Kaisten zur e-sy AG» stimmte der Souverän einem Rückweisungsantrag zu.

Darüber hinaus informierte Gemeinderat Oliver Brem, dass die JKB Immobilien AG nun eine Überbauung mit vier statt wie bisher mit drei Gebäuden im Mitteldorf plant. Die Gemeinde plant seit längerem im Mitteldorf die Umsetzung einer Begegnungszone. «Wir werden nach weiteren Abklärungen das Baugesuch für die Begegnungszone einreichen», so Brem.

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