Keine Baukosten, keine Umtriebe für den Unterhalt – und doch Solarstrom von der (fast) eigenen Photovoltaik-Anlage. Das könnte für die Bewohner von Gipf-Oberfrick bald möglich werden. Die Gemeinde plant nämlich, eine Photovoltaik-Anlage mit Beteiligung der Einwohnerinnen und Einwohner zu bauen.

Auf der Mehrzweckhalle und auf dem Werkhof betreibt die Gemeinde bereits seit Jahren Photovoltaik-Anlagen. Im vergangenen Sommer lieferten diese – wen wundert es – Rekordzahlen. Die Anlage auf dem Dach der Mehrzweckhalle etwa produzierte im Juni und Juli rund neun Megawattstunden Strom. Das Soll liegt in beiden Monaten bei sechs Megawattstunden. Am Ende des Jahres lag die Stromproduktion der Anlage 16 Megawattstunden über dem Soll.

Nun möchte die Gemeinde auch die Südlage des 1660 Quadratmeter grossen Dachs des Reit- und Handelsstalls Mettauer ausnutzen. Dieser soll in den kommenden Jahren im Gebiet Bluemet zwischen Gipf-Oberfrick und Wittnau gebaut werden. Die Planungen für die Photovoltaik-Anlage sind seit mehreren Monaten im Gang – und einige Vorarbeit ist geleistet: Im vom Kanton bereits bewilligten Gestaltungs- und Erschliessungsplan des Gebiets Bluemet etwa ist der Reit- und Handelsstall eingetragen. Und auch, dass dessen Dach künftig durch die Gemeinde genutzt werden darf, ist festgelegt.

Gipf-Oberfrick allerdings möchte nicht als Betreiberin der Anlage auftreten. Stattdessen ist dafür die Energieversorgerin Energie oberes Fricktal AG vorgesehen. «Aktuell laufen die Verhandlungen zwischen der Energieversorgerin und der Gemeinde über die genaue Ausgestaltung des Anlage-Betriebs und die Zuständigkeiten», sagt Gemeindeschreiber Urs Treier.

Für die Finanzierung der Anlage sollen Strompakete an die Endverbraucher – also die Bevölkerung – verkauft werden. Sie könnten von der Anlage dann Strom beziehen, hätten aber gleichzeitig keine Umtriebe für den Unterhalt. Dieser würde von der Energie oberes Fricktal AG übernommen. Die Gemeinde rechnet laut Treier mit rund 200 solcher Strompakete, die für die Finanzierung verkauft werden müssten. Eines davon deckt etwa den Bedarf eines Haushalts einer vierköpfigen Familie. Wie Treier weiter sagt, sei auch denkbar, dass die Gemeinde einige Solarstrom-Pakete als Übergangslösung selber kauft, um den Bau der Anlage zu ermöglichen.