Rheinfelden

GLP-Umfrage unter Einwohnern: Stadt soll Gewerbe unterstützen

55 Prozent der Befragten wollen dem Gewerbe finanziell unter die Arme greifen.

55 Prozent der Befragten wollen dem Gewerbe finanziell unter die Arme greifen.

In einer Umfrage spricht sich die Mehrheit für eine finanzielle Hilfe aus. Wichtig sind den Rheinfeldern dabei auch bessere Velowege.

Die Rheinfelder wollen einen Rheinzugang auch im Westen der Stadt, bessere Veloverbindungen und die Altstadt stärken. Dies geht aus einer Umfrage der GLP hervor, deren Ergebnisse die Partei am Montag präsentiert hat.

Gut, mag man nun einwenden, das ist eine Parteiumfrage und deshalb wenig aussagekräftig. Ist es nicht, kontern die GLP-­Verantwortlichen. «An der Umfrage haben 366 Personen teilgenommen», sagt Michael Derrer, sein Briefkasten sei zeitweise überquollen. 97 Prozent der Antworten stammten dabei von Rheinfeldern. Und vor allem: «Es haben sich Personen aus allen Parteien, Bevölkerungsgruppen und Interessenkreisen beteiligt», so Parteipräsidentin Béa Bieber. Die Umfrage habe also durchaus Aussagekraft.

Die GLP hatte in der Umfrage zum einen fünf Themenkreise abgefragt, zum anderen den Teilnehmern Raum für eigene Vorschläge gelassen. «Der Strauss an Ideen ist sehr breit», freut sich Derrer. Die Leute hätten sich vielfach intensiv Gedanken um die Zukunft der Stadt gemacht. Diese Ideen nahm die GLP auf und formulierte dazu konkrete Forderungen, für die sie sich einsetzen will.

Die Umfrage habe gezeigt, dass sich die Menschen einbringen wollen, so Bieber. «Dafür sind die nötigen Gefässe zu schaffen, die von den unterschiedlichen Zielgruppen einfach zu nutzen sind», hält der Ergebnisbericht fest.

Die Idee zur Umfrage kam der Partei im Abstimmungskampf rund um den 12,7 Millionen Euro teuren Rheinsteg. Gegen den Zusatzkredit hatte die GLP zusammen mit der SVP das Referendum ergriffen. «Ich wurde gefragt, ob die GLP nun auch gegen sinnvolle Investitionen sei und zu den Neinsagern gehöre», erzählt Derrer. Das sei die Partei nicht, nur müsse das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmen und das war für die Partei beim Rheinsteg nicht der Fall. Das sah auch eine Mehrheit der Rheinfelder so: Der Rheinsteg wurde mit 51,9 Prozent versenkt.

Rheinzugang auch im ­Westen gefordert

Mit dem Rhein hat auch eine der Forderungen der GLP zu tun: Die Partei verlangt, dass die Stadt analog zum Stadtpark Ost auch in Rheinfelden West einen Rheinzugang als Ergänzung zum kostenpflichtigen Strandbad schafft. Diese Forderung wurde von rund 58 Prozent der Umfrageteilnehmer als prioritär bezeichnet. Der Westteil sei in den letzten Jahren stark gewachsen und deshalb brauche es auch hier einen attraktiven Zugang zum Rhein, so Michael Sailer.

Attraktiver werden sollen auch die Veloverbindungen. Die Forderung, durchgängige Veloachsen zu schaffen, habe sich als eines der entscheidenden Themen gezeigt. 68,4 Prozent der Umfrageteilnehmer halten gute Veloverbindungen für wichtig bis sehr wichtig. Die Partei verlangt deshalb, dass gemeindeübergreifend ein Velo-Konzept umgesetzt wird.

Altstadt bereitet vielen Rheinfeldern Sorgen

Sorgen bereitet den Einwohnern die Altstadt; viele Läden stehen leer, die Coronakrise dürfte die Situation noch weiter verschärfen. Die GLP erwartet, unterstützt von 55 Prozent der Befragten, dass die Stadt das Gewerbe in der Einkaufszone aktiv finanziell unterstützt. Auch soll die Stadt das Allmendreglement überprüfen, um mehr Aktivitäten zu ermöglichen. Massnahmen in der Altstadt halten die Rheinfelder zusammen mit den Veloverbindungen für besonders vordringlich.

Ein kultureller und gesellschaftlicher Treffpunkt ist der Bahnhofsaal. Diesen soll die Stadt kaufen und sanieren. Hinter diese Forderung der GLP stellen sich 63 Prozent der Befragten. Fast 70 Prozent erachten das Projekt «Naturraum Chleigrüt» als wichtig oder sehr wichtig. Die GLP sieht hier die Chance zu zeigen, dass der Spagat zwischen Naturraum und touristischer Attraktion gelingen kann. Bei den eigenen Vorschlägen «zeigte sich, dass ebenfalls die Themen Velo und Naturraum die Leute stark beschäftigen», so Bieber.

Die Auswertung macht die Partei breit zugänglich. Am 26. Mai führt die GLP zudem für alle Interessierten ein zoom-­Meeting durch.

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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