Beide Städte Rheinfelden sehen in dieser Grossveranstaltung auch ein kulturelles Bindeglied und einen Motivationsschub, künftig wieder derartige Festivals zu inszenieren. Schon zum Auftakt am Freitagabend strömen die Fans zu den Aktionsstätten beim Stadtmuseum Haus Salmegg, aufs historische Inseli oder an die Schifflände: Alles Begegnungspunkte, um Shows hautnah mitzuerleben, das einmalige Flair in sich aufzusaugen.

Das Festival geniesst Einmaligkeit in der Region, denn zwei kommunale Kulturbüros arbeiten eng zusammen und teilen sich die «Restkosten». Das gesamte dreitägige Spektakel bei freiem Eintritt auf beiden Seiten des Rheins erfordert unter dem Strich knapp 70 000 Franken, wobei dank grosszügiger Sponsoren etwa die Hälfte des Betrags am Kulturbudget der beiden Städte hängen bleibt. Zweifellos eine ungewöhnliche Konstellation, die Brigitte Brügger als Kulturverantwortliche im Rathaus seit Jahren mitprägt und damit den Schweizer Part zu den «Brückensensationen» leistet. Ihr Pendant auf deutscher Rheinseite ist Kulturamtsleiter Claudius Beck, der dank seiner vielfältigen Beziehungen ins kulturelle Show-Geschäft solch ein Strassenfestival mit attraktiven Formationen bereichern kann.

Die alte Stadtbrücke zwischen beiden Rheinfelden und das historische Inseli im Rhein bieten ideale Voraussetzungen, um die viel zitierte «Strassenkunst» zu präsentieren. Der schwül-warme Sommerabend vom Freitag, nur kurzzeitig von einem Regenschauer bereichert, lockt Publikumsscharen zu den «Brückensensationen» mit ungeahnten Highlights. Den herausragenden Schweizer Beitrag liefert Doris Friedmann, eine stimm- und wortgewaltige Ulknudel mit ihrer «Quetsche» (Akkordeon) auf der Inseli-Bühne und später auch mit ihrem Kinderprogramm während der übrigen Festivaltage. «Die alte Brücke ist eine neue Mitte beider Rheinfelden», freut sich der badische Oberbürgermeister Klaus Eberhardt am Premierenabend auf dem Inseli. Die Schweizer Kulturchefin Brigitte Brügger bestätigt diese Einschätzung und bewertet das Festival als «beispielgebend für grenzüberschreitende Teamleistungen».

Am Sonntag gibt es zwischen 14 und 20 Uhr nochmals vielfältige Aktionen: Varieté auf der Strasse, Akrobatik auf verschiedenen Plätzen, Bühnentheater, Jongleure oder mobile Holzwerkstätten.