Möhlintal

Hochwasserschutz macht Fortschritte: 2019 wird am Bach gebaut

Noch sind in Zeiningen nicht alle Einsprachen geklärt. Unter anderem soll hier der «Engelsteg» ersetzt werden.

Noch sind in Zeiningen nicht alle Einsprachen geklärt. Unter anderem soll hier der «Engelsteg» ersetzt werden.

Das Hochwasserschutzprojekt im Möhlintal schafft bei der Steinbogen-Brücke in Wegenstetten einen Durchbruch – auch andernorts laufen die Planungen.

273 Personen setzten 2016 ein Zeichen. Sie unterschrieben eine Petition für den Erhalt der letzten Steinbogen-Brücke in Wegenstetten. Die Brücke am Mühligässli hätte eigentlich im Rahmen der Umsetzung des Hochwasserschutzprojekts im Möhlintal abgerissen werden sollen.

Dieser Plan wird nun aber doch nicht umgesetzt. Thomas Gebert von der Abteilung Wasserbau des Kantons bestätigt: «Die Brücke bleibt bestehen. Es konnte eine Lösung gefunden werden, wie der Hochwasserschutz umgesetzt werden kann, ohne dass sie abgerissen werden muss.» Es ist eine Einigung von vielen, denn: Auch andernorts im Möhlintal macht der Hochwasserschutz Fortschritte.

Bewilligung im Möhlintal

Zur Erinnerung: Die Massnahmen lagen 2014 erstmals auf. Über 20 Einsprachen führten aber dazu, dass das Projekt überarbeitet und 2016 erneut öffentlich aufgelegt wurde. Allerdings gingen diesmal sogar noch mehr Einsprachen ein. Seither liefen die Einspracheverhandlungen. Nun gibt es zumindest teilweise einen Durchbruch: Der Regierungsrat hat eine Bewilligung für die Massnahmen in Möhlin, Hellikon und Wegenstetten erteilt.

Derzeit laufe die Beschwerdefrist für die Einsprecher, sagt Thomas Gebert. Nach dieser Frist geht das Projekt an den Bund, der über die finanzielle Beteiligung entscheidet. «Derzeit gehen wir davon aus, dass im Herbst alles klar ist», sagt Gebert.

Der Baustart ist für den Frühling 2019 geplant. Die Talgemeinden seien diese Woche über diesen Termin informiert worden, sagt René Berger, Geschäftsführer des Abwasserverbandes Region Möhlin, unter dessen Führung das Projekt umgesetzt wird. Einige Vorarbeiten seien schon vorher möglich, im Winter etwa sollen Holzarbeiten entlang des Möhlinbachs ausgeführt werden. Danach gilt es, die Fischschonzeit abzuwarten. «Mit den Bauarbeiten am Wasser kann danach begonnen werden», so Berger.

Noch keine Bewilligung seitens der Regierung gibt es für die Massnahmen in den beiden anderen Talgemeinden, Zeiningen und Zuzgen. «Hier laufen noch die Einspracheverhandlungen mit einzelnen Einsprechern», sagt Gebert. «Wir hoffen, dass wir hier bis Ende Jahr eine Einigung erzielen können.»

Vorprojekt in Gipf-Oberfrick

Bis dahin soll auch der Hochwasserschutz am Bruggbach einen grossen Schritt weiter sein. Der Bach sorgt in Gipf-Oberfrick immer wieder für Überschwemmungen und Schäden. Bereits 2013 sprachen sich die Stimmberechtigten an einer Gmeind für Schutzmassnahmen im Oberdorf aus – der Entscheid aber wurde in einer Referendumsabstimmung gekippt. Seither arbeitet die Gemeinde zusammen mit Frick, Wölflinswil, Wittnau und Oberhof an einer regionalen Lösung: «Geplant sind derzeit zwei bis drei Rückhaltebecken oberhalb von Gipf-Oberfrick», sagt Thomas Gebert.

Inzwischen wurde unter anderem eine Machbarkeitsstudie zu den Becken erstellt und deren Nutzen am Bruggbach geprüft. «Die Studie hat gezeigt, dass eine Lösung mit Rückhaltebecken möglich ist», sagt Urs Treier, Gemeindeschreiber von Gipf-Oberfrick. «So wären in den Dörfern nur kleine oder gar keine Massnahmen nötig.» Im April nun starteten die Arbeiten am Vorprojekt. Dieses soll bis Ende Jahr fertig sein und genaue Informationen zur Grösse und zu den Standorten der Becken sowie zu den Baukosten bringen.

Pläne in Wallbach und Eiken

An einem Bauprojekt wird auch in Wallbach gearbeitet. Eine Schutzmauer soll die Häuser entlang des Rheins künftig vor Überschwemmungen bewahren. «Derzeit wird das Bauprojekt ausgearbeitet. Dieses soll im nächsten Jahr öffentlich aufgelegt werden können», sagt Thomas Gebert.

Noch ganz am Anfang ist hingegen der Hochwasserschutz im Bereich der «Sissle» zwischen Frick und Eiken. Hier sei der «Ist-Zustand» erhoben worden, sagt Gebert. «Aufgrund dieser Untersuchungen und Resultate soll nun ein Leitbild erstellt werden.» Es sei aber noch offen, ob und welche Massnahmen hier nötig seien.

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