Die Masern sind auf dem Vormarsch: Das Bundesamt für Gesundheit registrierte 2019 bereits 200 Fälle – vier Mal so viel wie im vergangenen Jahr. «Bubble Bees» hat darauf reagiert und in den acht Kindertagesstätten, welche die Organisation in vier Kantonen betreibt, eine Impfpflicht eingeführt. Eine Umfrage bei Kindertagesstätten im Fricktal zeigt: Auch hier gibt es Anbieter, die sich jetzt überlegen, nach dem Motto «ohne Impfung keinen Krippenplatz» zu verfahren.

Ada Resta, Krippenleiterin im Chinderhuus Violahof in Kaiseraugst, ist eine klare Befürworterin von Impfungen: «Es ist wichtig, sich gegen Kinderkrankheiten zu schützen. Eine Erkrankung kann zu schwerwiegenden Folgen führen», sagt sie. So nimmt denn auch die Kinderkrippe niemanden auf, der nicht geimpft ist. Auch alle Angestellten seien geimpft, so Resta. «Bei der Aufnahme eines Kindes verlangen wir eine Kopie des Impfausweises.» Weil der administrative Aufwand für die Kontrolle und Aktualisierung der Impfausweise bei über 100 Kindern hoch sei, überlege man nun, dass die Eltern mit der Unterschrift der allgemeinen Geschäftsbedingungen garantieren, dass ihr Kind gegen sämtliche Kinderkrankheiten geschützt ist.

Eltern keine Vorschriften machen

Etwas anders sieht es Stephanie Agbovi, Geschäftsleiterin vom Kinderhaus Villa Kunterbunt mit Kitas in Frick und Gipf-Oberfrick. «Wir sind ein Dienstleister, zu dessen Aufgaben es nicht gehört, den Eltern Impfvorgaben zu machen.» Falls eine Krankheit im Haus herumginge, informiere man die Eltern über einen Aushang. Zudem: «Sofern gewünscht, teilen wir den Eltern telefonisch mit, wenn es einen Krankheitsfall gibt.» So können denn auch gerade Mütter, die schwanger sind, und Familien, die in Kürze in die Ferien gehen, ihr Kind prophylaktisch zu Hause lassen.

Marie-Claude Hohler, administrative Leiterin der Chinderinsle Magden, sagt, dass zwar auch überall sonst die Gefahr besteht, dass sich Kinder mit Kinderkrankheiten anstecken, trotzdem sei das Risiko dort, wo viele Kinder aufeinandertreffen, ungleich höher. «Falls ein Kind nicht geimpft ist, geben wir beim Erstgespräch den Hinweis, dass es gut wäre, dies nachzuholen», sagt sie. Wenn die Eltern ihre Kinder nicht impfen lassen wollen, sei diese für die Aufnahme per se kein Ausschlusskriterium. «Wir werden sie jedoch ein Formular unterschreiben lassen, in dem festgehalten ist, dass wir keine Verantwortung für die Folgen einer Infektion übernehmen», so Hohler.

Auch in der Kita Schatzinsel in Stein empfiehlt Leiterin Andrea Hufschmid beim Erstgespräch den Eltern, ihre Kinder impfen zu lassen. «Wir haben bei uns Kinder aus 18 Ländern. Da wird auch viel in andere Regionen mit anderen Impfraten und Hygiene-Standards gereist», sagt sie. Falls einen Krankheitsfall im Umkreis der Kita auftritt, informiert Hufschmid und das Team, diejenigen Eltern, deren Kind nicht gegen die entsprechende Krankheit geimpft ist, dass das Kind zu Hause bleiben muss.