Die 1945 gegründete Novoplast AG, Wallbach, steht vor der Erneuerung ihrer Produktionsanlagen. Wie eine firmeninterne Analyse ergeben hat, stellt eine Verlegung des Betriebs ins Sisslerfeld gegenüber einer Erneuerung am Standort Wallbach sowohl betrieblich als auch verkehrsmässig eine langfristige Investition in die Zukunft des Unternehmens dar. Mit anderen Worten: Novoplast verlässt Wallbach.

Was aber wird in diesem Fricktaler Traditionsunternehmen produziert? Das Ein- und Mehrkomponentenspritzgiessen, das Extrudieren und die Montage und Konfektion von Baugruppen und Systemlösungen zählen zu den Kernkompetenzen des Unternehmens. Zu den strategischen Geschäftsfeldern der Novoplast als Zulieferer gehören die Sanitärtechnik, die Medizinaltechnik, der Maschinen- und Apparatebau und die Abnehmer von hochwertigen Extrusionsprodukten. Bei der Extrusion oder dem Strangpressen werden feste bis dickflüssige härtbare Massen unter Druck kontinuierlich aus einer formgebenden Öffnung gepresst. Dabei entstehen Körper mit dem Querschnitt der Öffnung in theoretisch beliebiger Länge.

Von der Industrie- zur Wohnzone

Doch was geschieht mit der Industriezone, in der sich die Gebäulichkeiten der Novoplast befinden? Wohnbauten sind die Lösung. Das Areal der Novoplast misst 4,2 Hektaren. Mit der Aufhebung dieser Industriezone reduziert sich das Gebiet der Arbeitsflächen für Industrie und Gewerbe im Dorf auf einen Schlag um 43 Prozent. Die Lage des Novoplast-Areals mit der für den Schwerverkehr (Lastwagen für die Zulieferung) ungeeigneten Erschliessung durch Wohngebiet sowie die fehlende Alternative für eine Industrieerschliessung sind der Grund für die vorgesehene Umzonung. Wie eine Untersuchung der Gemeinde ergab, würde die Einwohnerkapazität des Areals Novoplast bei einer Ausnützungsziffer von 0.4 Wohnraum für 184 Personen ergeben. Heute zählt die Gemeinde 1840 Einwohner. Negative Folgen im Sinne sogenannter Sprungkosten (Bau von neuem Schulraum) hätte die Umzonung der Industriefläche in die Wohnzone W2 offenbar keine. Zudem ist die Erweiterung des öffentlichen Verkehrsnetzes (Bus) bis zum Novoplast-Areal vorgesehen.

Der Werkhof in der Kläranlage?

Es sind aber nicht nur die Auszugspläne der Novoplast AG, welche für das Gebiet am westlichen Dorfrand einen Umbruch herbeiführen. Auch die Kläranlage Fischingen, die sich neben der Novoplast befindet, soll aufgehoben werden. Das Abwasser wird nach Möhlin geleitet. Das ARA-Betriebsgebäude könnte künftig als Werkhof dienen.

Die Zonenplanänderung Novoplast/ARA liegt noch bis zum 12. Februar im Gemeindehaus öffentlich auf. Am Montag, 21. Januar, 18 bis 19 Uhr, stehen dort Gemeinderat und Planer für Auskünfte zur Verfügung.