Frick/Basel
In diesem Theater steht ein Fricktaler im Rampenlicht

Willi Schraner ist im Theater Fauteuil in einer Hauptrolle zu sehen im Stück «Dinner für Spinner».

Rael Probst
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Willi Schraner als Guschti Nüssli (links) mit Gilles Tschudi in Aktion. zvg

Willi Schraner als Guschti Nüssli (links) mit Gilles Tschudi in Aktion. zvg

FOTO MIMMO MUSCIO BASEL;UNBEKANN

Das Theater Fauteuil lockt sein Publikum mit einer neuen Eigenproduktion vor die Kulturbühne am Spalenberg. Die Dialektkomödie «Dinner für Spinner» basiert auf der französischen Vorlage «Le Dîner des cons» und ist ein urkomisches Verwirrspiel. Willi Schraner spielt den Spinner Guschti Nüssli, der Gast eines Dinners werden soll. Mit ihm auf der Bühne steht Gilles Tschudi als Gastgeber.

Seit weit über 30 Jahren spielt Willi Schraner, der in Frick aufgewachsen ist, in Basel mit. Der 72-Jährige ist bei den jährlichen Fauteuil-Komödien mit Leib und Seele dabei, auch wenn ihm immer noch das Herz in die Hose rutscht vor den Aufführungen: «Gegen mein Lampenfieber habe ich bis heute nichts entdeckt und je älter ich werde, desto schlimmer wird die Aufregung», so Schraner.

Lampenfieber und Missgeschicke

Was dagegen aber sicher ein bisschen helfe, sei das Wissen, dass er Unterstützung hat aus seinem Heimatort: «Ich habe viele Fricktaler Fans und werde auch auf der Strasse angesprochen. Was mich besonders freut, ist, dass immer viele bekannte Gesichter an den Vorstellungen zu sehen sind.» Die Rolle des Guschti Nüssli sei wohl die Witzigste, aber auch Anspruchvollste, die Schraner je gespielt habe.

Dem Fanatiker Guschti Nüssli gleiche Willi Schraner im echten Leben aber ganz und gar nicht, er selbst sei eher ein ruhiger Typ und würde niemals zu einem kurzfristig abgesagten Dinner erscheinen und beim Gastgeber alles aus dem Lot bringen. «Dieser Kontrast ist es nicht, der die Rolle schwierig zu spielen macht. Bei Komödien liegt die Schwierigkeit darin, die Pointen richtig zu setzten damit sie beim Publikum gut ankommen.»

Willi Schraner ist im echten Leben auch kein Fanatiker und eher zurückhaltend: «Selbst einem Menschen wie dem Gastgeber im Stück gegenüber wäre ich höflich. Und sei sein Hobby noch so komisch.» Das besagte Hobby des Gastgebers sind nämlich wöchentliche Dinner mit seinen Freunden. Der Clou dabei: Jeder bringt einen möglichst skurrilen Gast mit. Zum Beispiel Guschti Nüssli, der leidenschaftlich gern Basler Sehenswürdigkeiten nachbaut – aus Zündhölzern.

Den Text lernt Schraner – auch, um dem Lampenfieber versuchsweise entgegenzuwirken - frühzeitig zu Hause im stillen Kämmerchen. Bei der momentanen Herausforderung der Rolle des Guschti Nüssli sei bei den Proben bis jetzt alles gut gelaufen. «Natürlich gibt es hin und wieder Versprecher und Hänger, besonders bei den ersten Aufführungen, bis sich das Stück eingespielt hat.» Schraner erinnert sich aber sehr gut an ein peinliches Missgeschick bei einer früheren Vorstellung: Als Hosenträger-Liebhaber auf der Bühne hat Schraner den losgelösten Hosenträger nicht wieder anklicken können.

Das Publikum habe über die etlichen, möglichst unauffälligen Fehlversuche Schraners gelacht. «Das ist das Gute daran, wenn man Komödien spielt», lacht Willi Schraner und ist mit den Gedanken schon bei der heutigen Vorstellung – und seinem Lampenfieber.