Der Möhliner Gemeinderat will in die Schule im Allgemeinen und in ein neues Oberstufenzentrum im Speziellen investieren. Dies bekräftigte er an einem rege besuchten Informationsabend. «So können wir den guten Oberstufenstandort Möhlin längerfristig erhalten», betonten Schulgemeinderätin Bernadette Kern und Schulpflegepräsident Stephan Müller unisono.

Bereits heute fehlt Platz

Ruedi Stauffer von der Metron AG, die im Auftrag der Gemeinde mit einer Arbeitsgruppe die Schulraumplanung durchgeführt hat, präsentierte die Ergebnisse.

«Die Analyse hat ergeben, dass bereits heute 2900 Quadratmeter Geschossfläche in den Schulhäusern fehlen. Und Möhlin wächst weiter», so Stauffer einleitend. Rechne man die Wachstumsprognose ein, so fehle in Möhlin bis ins Jahr 2030 die Kapazität für zwölf Primar- und sechs Oberstufenabteilungen.

Laut Gemeindeammann Fredy Böni wurden die Möhliner Schüler, die derzeit in Wegenstetten unterrichtet werden, nicht fürs Oberstufenzentrum Steinli budgetiert. «Die Gespräche bezüglich der Oberstufenstandorte im Möhlintal haben noch nicht stattgefunden», so Böni. Um dem Platzmangel zu begegnen, hat die Arbeitsgruppe folgende Massnahmen ausgearbeitet: Auf dem Pausenplatz des Steinli-Schulhauses soll ein neues Oberstufenzentrum gebaut werden. Dort sollen neben den Real- und Sekundarschülern neu auch die Bezirksschüler unterrichtet werden.

2023 sollen Primarschüler zügeln

Im Sommer 2017 will der Gemeinderat der Gemeindeversammlung einen Kredit für einen Architekturwettbewerb vorlegen. 2019 könnte dann mit dem Bau begonnen werden, 2021 sollen die Bez-Schüler ins neue Oberstufenzentrum umziehen.

Offen ist, wie die Oberstufenschüler aus dem Wegenstettertal ins Steinli gelangen. «Wir werden das Gespräch mit der Postauto AG suchen», so Bernadette Kern auf eine Frage aus dem Plenum. Allenfalls könnten die Postautolinien geändert werden.

Das Bez-Schulhaus Fuchsrain soll danach saniert werden, sodass 2023 die Primarschüler aus dem Primarschulhaus Fuchsrain dort einziehen können.

Zwischen 2023 und 2025 sollen dann das Primarschulhaus Fuchsrain saniert und der Pavillon abgerissen werden.

«Mit diesem Ablauf brauchen wir keine teuren Provisorien», so Bernadette Kern. Denn: Teuer wird das Projekt ohnehin. Die aktuelle Grobkostenschätzung geht bei einer möglichen Abweichung von plus/minus 25 Prozent für den Neubau von Kosten von 20 Millionen Franken aus. Hinzu kommen rund sieben Millionen Franken für die Sanierungen.

Indirekte Steuererhöhung nötig

Finanzieren will Möhlin die Investitionen teilweise mit den Landverkäufen Sportplatz Riburg und Leigruben (vgl. Box). Dazu hofft man auf den neuen inneraargauischen Finanzausgleich und neue, gute Steuerzahler. «Wird das Referendum zum Finanzausgleich abgelehnt, werden wir jährlich um rund 800 000 Franken entlastet», so Finanzgemeinderat Lukas Fässler.

Dennoch ist laut Fässler eine «indirekte Steuererhöhung» nötig. Heisst: Kommt der neue Finanzausgleich, werden die Kantonssteuern um drei Prozent erhöht. Möhlin kann aber im Gegenzug den Gemeindesteuerfuss nicht senken, sondern muss ihn bei 115 Prozent belassen.