Gipf-Oberfrick

«Innenentwicklung vor Aussenentwicklung»: Mehr Spielraum im Zentrum

Prägende Bauten wie der «Hirschen» sollen unter kommunalen Schutz gestellt werden.

Prägende Bauten wie der «Hirschen» sollen unter kommunalen Schutz gestellt werden.

Gipf-Oberfrick will mit der neuen Bau- und Nutzungsordnung auf verdichtetes Bauen setzen – und: prägende Bauten schützen. Die Mitwirkungsmöglichkeit für die Bevölkerung besteht bis zum 12. November.

Die Gemeinde Gipf-Oberfrick rüstet sich für die Zukunft. Mit einer Infoveranstaltung startete am Dienstag in der Mehrzweckhalle die Frist für die Mitwirkung der Einwohnerinnen und Einwohner an der Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO). Kommunales Entwicklungsleitbild, Räumliches Gesamtkonzept, Kommunaler Gesamtplan Verkehr, Masterplan Kernzone, Entwicklungsvision Dorfmitte und Energierichtplan lauteten die etwas sperrig klingenden Revisionsgrund­lagen, die von den beiden Arbeitsgruppenvorsitzenden Jos Bovens (Siedlung) und Georg Schmid (Landschaft) sowie vom Kulturingenieur Sascha Subak von der Metro Raumentwicklung AG näher erläutert wurden.

Eines der Kernziele der Revision ist der Schutz des Ortsbildes sowie die Verdichtung und Weiterentwicklung der Dorfmitte zu einem modernen Ortszentrum. Im Rahmen der Gesamtrevision sollen dabei Prinzipien des 2015 vom Gemeinderat beschlossenen Masterplan Kernzone in die Nutzungsplanung aufgenommen und verankert werden.

Die heutigen Bauzonen sollen redimensioniert werden

Subak erteilte folgerichtig den überdimensionierten Bauzonen im Sinne der bisherigen Kommunalen Richtplan­gebiete eine Absage. Diese würden sogar «redimensioniert», also zu landwirtschaftlichen Zonen zurückgestuft werden, kündigte Subak an. «Innenentwicklung vor Aussenentwicklung» lautet also die Devise, die Subak zum folgenden rechnerischen Fazit kommen liess: Ein zu erwartender Einwohneranstieg auf bis zu 4600 Menschen «kann gut innerhalb der bestehenden Bauzonen aufgefangen werden». Parallel zur Verdichtung wird die interkantonal vereinbarte Harmonisierung von Baubegriffen umgesetzt.

Um andererseits Bauland nicht zu verknappen, zu verteuern und damit etwa die gewünschte Ansiedelung junger Familien zu gefährden, soll im Gegenzug im Interesse der Kernzonenverdichtung Liegenschaftsbesitzern mehr Spielraum eingeräumt und die Bebaubarkeit erleichtert werden, wie Jos Bovens ergänzte. Weitere Ziele der Revision sind Energieersparnis, Reduzierung der CO2-Emissionen sowie die Förderung von erneuerbaren Energieträgern. Bei der von der Bevölkerung gewünschten Sicherung von begrünten Freiräumen soll eine Grün­flächenziffer für entsprechende Effekte sorgen. Laut Bovens sei ausserdem eine Erhöhung des Publikumsverkehrs im Zentrum sowie eine Aufwertung der Ortsdurchfahrt, gerade im Interesse des Erhalts von Gewerbebetrieben im Zentrum, sehr wünschenswert.

Prägende Bauten werden unter kommunalen Schutz gestellt

Bovens nahm ausserdem zur sogenannten Gestaltungsplanpflicht in der Kernzone sowie im Gebiet Dörrmattrai Stellung. Hier soll es jeweils zu einer geordneten und mit der Gemeinde abgestimmten Entwicklung kommen. Angekündigt wurde ausserdem Massnahmen zum Erhalt von «prägenden Bauten» in Gipf-Oberfrick. So werden laut Bovens 42 Objekte, etwa das markante Gasthaus Hirschen, unter kommunalen Schutz gestellt.

«Keine wesentliche Änderung», hatte der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Landschaft, Georg Schmid, zu vermelden. Die Schutzzone «Dürstli» bleibe bestehen, kündigte er an. Insgesamt würden die Landschaftsschutzzonen sogar etwas erweitert.

Die Mitwirkungsmöglichkeit für die Bevölkerung besteht bis zum 12. November. Die Unterlagen dazu sind auf der Website der Gemeinde aufgeschaltet und auch auf der Gemeindekanzlei erhältlich. Zur Klärung von Sonderfällen und speziellen Fragen wurden zwei Sprechstunden eingerichtet. Diese finden am 27. Oktober, von 19 bis 21 Uhr, sowie am 2. November, von 18 bis 20 Uhr, statt. Eingaben sind per Post und E-Mail möglich.

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