Corona-Krise

Katastrophe, Konkurs, Kurzarbeit: In der Event-Branche brechen die Umsätze ein

Die Lage bei den Fricktaler Veranstaltungsunternehmen ist ernst. Unklar sei derzeit auch, ob die Castingshow «Das Mikrofon» stattfinden kann. (Archivbild 2019)

Die Lage bei den Fricktaler Veranstaltungsunternehmen ist ernst. Unklar sei derzeit auch, ob die Castingshow «Das Mikrofon» stattfinden kann. (Archivbild 2019)

Die Lage bei den Fricktaler Veranstaltungsunternehmen ist aufgrund des Corona-Virus ernst. Die Unternehmer zeigen zwar Verständnis für die Absagen, müssen aber mit den finanziellen Folgen kämpfen.

Der Wortlaut von Pierro Ryser für die derzeitige Lage in der Veranstaltungsbranche fällt kurz und prägnant aus. «Es ist eine Katastrophe», sagt der Geschäftsführer der gleichnamigen Management GmbH aus Kaisten. Durch Events, die in den letzten zwei Wochen der Corona-Krise zum Opfer fielen, ist dem Unternehmen, das etwa Equipment verleiht und Künstler betreut, ein Umsatz von rund 70'000 Franken weggebrochen. «Derzeit zerren wir von unseren Rücklagen», so Ryser, der jedoch betont, dass er die Absagen versteht. «Wohl und Gesundheit stehen im Vordergrund.»

Drastisch ist auch die Lagebeschreibung von Martin Gruber von der SSE Eventtechnik in Möhlin. «Wir stehen vor dem Konkurs», sagt der Geschäftsführer des Zwei-Mann-Betriebs. Mit der Basler Fasnacht sei die Haupteinnahmequelle, die ein Drittel des Jahresumsatzes ausmacht, weggebrochen. «Bühnen für Guggenmusikkonzerte zu stellen sowie Licht- und Tontechnik für Kehrausbälle – das war in unserem Budget fest eingeplant», sagt Gruber.

Bei der Daytona Event GmbH in Frick gab es in den letzten Wochen einige Buchungen für technisches Equipment für kleinere Veranstaltungen, die im Nachhinein storniert wurden, sagt Co-Geschäftsführer Andreas Zwahlen. Das Unternehmen hat etwa auch für die Mitgliederanlässe der Raiffeisenbank Regio Frick den Auftrag für die Ton-, Licht- und ­Videoinstallationen erhalten. Ob die Mitgliederanlässe durchgeführt würden, sei jedoch nicht entschieden. «Eine Absage einer derartigen Veranstaltung würde uns schon treffen», sagt Zwahlen. Unklar sei derzeit auch, ob die Castingshow «Das Mikrofon» in Gipf-Oberfrick Anfang Mai stattfinden könne, so Zwahlen.

Angesichts mangelnder Aufträge führen die acht Mitarbeiter von der Pierro Ryser Management AG gerade Arbeiten aus, die in Zeiten von vollen Auftragsbüchern liegengeblieben sind. Hierzu gehören etwa Sortierungs- und Reinigungsarbeiten im Lager. «Ewig kann das aber nicht so weitergehen», sagt Ryser. «Wenn doch, dann stellt sich auch die Frage nach der Einführung von Kurzarbeit.»

Eventtechniker wechseln Arbeit für Verdienst

Weil bei der SSE Eventtechnik kurzfristig keine Aufträge in Sicht sind, die den beiden Mitarbeitern ein Einkommen generiert, wird sich Gruber, zumindest kurzfristig, als Baumaschinenführer betätigen. Sein Angestellter arbeitet seit gestern im Gartenbau.

Nicht so dramatisch ist die Lage bei der Daytona Event GmbH. «Wir arbeiten mit vielen freien Mitarbeitern zusammen. Das gibt uns eine gewisse Flexibilität im Umgang mit der aktuellen Lage», sagt Zwahlen.

Ein Problem, das für Ryser bei der Absage von Konzerten entsteht, ist, für die Künstler, die er vertritt, eine gütliche Einigung hinsichtlich ihrer Gage zu erzielen. «Bisher konnten wir immer mit den Veranstaltern eine aussergerichtliche Lösung finden», sagt Ryser, der nachschiebt, dass gerade für kleinere Künstler die Corona-Krise existenzielle Auswirkungen haben kann. «Der Ausfall einer Gage trifft sie besonders hart.»

Sistiert sind derzeit die Gespräche, die Ryser hinsichtlich des 1.-August-Feuerwerks in ­Basel führt. Angedacht sei hier, dass das Unternehmen das Feuerwerk mit zwölf Lautsprecher-Türmen auf einer Fläche von 240'000 Quadratmetern beschallt. «Durch die Sistierung der Gespräche steht ein sechsstelliger Betrag auf dem Spiel», sagt er.

Gruber kann die Veranstaltungsabsage vor dem Hintergrund einer Verhinderung der Ausbreitung des Virus verstehen. «Es geht hier schliesslich um Menschenleben», sagt er und schiebt nach: «Wegwischen kann dies den wirtschaftlichen Schaden aber nicht.»

Autor

Dennis Kalt

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