Hornussen

Kaufen die Bürger die Katze im Sack? — anonyme Flugblattverteiler meinen Ja

Stimmen am 24. November über die Fusion ab: Hornussen, Bözen, Elfingen und Effingen.

Stimmen am 24. November über die Fusion ab: Hornussen, Bözen, Elfingen und Effingen.

Ein anonymes Flugblatt wirbt in Hornussen für ein Nein zur Fusion – dieses Agieren aus der Anonymität heraus stört den Hornusser Vizeammann Guy David und er kontert.

Nun regt sich doch noch Widerstand gegen die Fusion von Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen, über welche die vier Gemeinden am 24. November abstimmen und die 2022 in Kraft treten soll. Zuerst in Effingen und nun am Dienstag in Hornussen flatterte den Einwohnern ein Flugblatt von «weitsichtigen Stimmbürgern» ins Haus, auf dem vor der Fusion gewarnt wird. Niemand kaufe gerne eine Katze im Sack, heisst es da von den Autoren, die anonym bleiben.

Dieses Agieren aus der Anonymität heraus stört den Hornusser Vizeammann Guy David ebenso wie Fakten, die aus seiner Sicht auf dem Flugblatt falsch dargestellt werden. Durch die Anonymität könnten die Urheber des Flugblatts nicht direkt angegangen werden. «Wir alle würden einen direkten Austausch und damit sachliche Diskussion begrüssen», schreibt David, der auch Mitglied des Projektausschusses ist, in einer Stellungnahme.

Nur Hornusser Land seien in fusionierten Gemeinden dabei

Unter anderem kritisieren die Flugblattautoren, dass in der fusionierten Ortsbürgergemeinde keine Hornusser dabei seien, sondern nur Hornusser Land, das früher von der Ortsbürger- an die Einwohnergemeinde übergegangen sei. «Die ehemaligen Ortsbürger dürfen sich dann gnädig an die neue Ortsbürgergemeinde wenden und um Aufnahme bitten», kritisieren die anonymen Schreiber mit spitzer Feder.

Die Ortsbürger von Hornussen hätten vor mehr als 20 Jahren entschieden, diese aufzulösen, entgegnet David. «Damit sind die Gelder, sprich der Wald der Einwohnergemeinde übergeben worden.» Die Ortsbürgergemeinden von Bözen, Effingen und Elfingen, die bis heute existieren, würden bei der Fusion auf die neue Ortsbürgergemeinde Böztal übergehen.

So erhielten die ehemaligen Ortsbürger von Hornussen unentgeltlich Zugang zu diesem «als sehr positiv zu betrachtenden» Recht. «Nicht alle wollen dies vielleicht, aber Interessierte können sich damit wieder einbringen und mitbestimmen», so David.

«Irgendetwas stimmt hier nicht»

Kritisiert wird im Flugblatt der Umbau der Verwaltungsliegenschaften. Vor ein paar Jahren habe man die Verwaltungsliegenschaft nach der Zusammenlegung zur Verwaltung 3Plus in Bözen «mit viel Steuergeld umgebaut». Nun soll die neue Verwaltung in Bözen keinen Platz mehr haben und in Hornussen sollen die Verwaltungsliegenschaften wieder mit Steuergeldern umgebaut werden.

«Um zusätzlich die Einwohner von Effingen in der Verwaltung 3Plus zu verwalten, ist offensichtlich sehr viel Platz notwendig oder wird mit einer viel höheren Anzahl an Verwaltungsmitarbeitenden gerechnet?», fragen die Flugblattautoren und schieben ein «Irgendetwas stimmt hier nicht» nach.

Guy David lässt das so nicht stehen. Die diesbezügliche Arbeitsgruppe habe klar den Synergienutzen und die Optimierung der Ressourcen in den Vordergrund gestellt. So könnten dem «Böztaler» sämtliche Dienstleistungen einer Gemeinde unter einem Dach angeboten werden. «Ein grosser Vorteil, den viele begrüssen, wie das Verwaltungspersonal selber auch», so David.

Ist ein Steuerfuss von 114 Prozent eine Illusion?

Weiter werde dabei mit dem aktuellen Stand der Verwaltungsmitarbeitenden gerechnet. «Die Räumlichkeiten sind vorhanden. Es bedarf keine grossen Umbauten, lediglich ein paar bürotechnische Angliederungen.» Die Kosten hierfür würden moderat sein. Und: «Das aktuelle Verwaltungsgebäude kann umgenutzt werden für Vereine, Anlässe oder eventuell sogar an KMUs vermietet werden.»

Infrage gestellt wird auf dem Flugblatt auch der angepeilte Steuerfuss von 114 Prozent. Dieser sei eine reine Illusion, schreiben die Fusionsgegner. David bestätigt, dass sich die Gemeinden in ihren damaligen Mitberichten vorsichtig zum vorgeschlagenen Steuersatz geäussert haben. «In der Zwischenzeit haben die Zahlen detaillierter vorgestellt werden können, was die Annahme in eine optimistische Richtung führt.»

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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