Wallbach

Keine Einwände: Hochwasserschutz nimmt die nächste Hürde

Die Beaver-Schläuche gehören in Wallbach fast zum gewohnten Bild.

Die Beaver-Schläuche gehören in Wallbach fast zum gewohnten Bild.

Jedes Jahr muss in Wallbach mehrmals die Feuerwehr ausrücken, um die Bewohner mit Beaver-Schläuchen vor Hochwasser zu schützen. Diese Einsätze soll eine neue Schutzmauer unnötig machen. Das Projekt scheint Anklang bei der Bevölkerung zu finden: Bisher gingen keine Einsprachen ein.

Fast jedes Jahr muss die Feuerwehr mindestens einmal ausrücken und am Rheinufer bei Wallbach die bekannten orangenen ­Beaver-Schläuche montieren, um das Dorf vor einer Überschwemmung zu schützen. Ohne Massnahmen würden die Häuser am Rhein bereits ab einem zwei- bis fünfjährigen Hochwasser überflutet. Nun aber sollen die Beaver-Schläuche in Wallbach bald der Vergangenheit angehören. Das Dorf soll stattdessen mit baulichen Massnahmen vor dem Wasser geschützt werden. Geplant ist eine Mauer, die oberhalb des Pontonierdepots beginnt und bis hinunter zum Wohnquartier Chalch verläuft.

Die Schutzmauer ist rund 65 Zentimeter hoch und kann bei Bedarf mit mobilen Damm­balken auf bis zu zwei Meter erhöht werden. Die feste Mauer schützt das Siedlungsgebiet vor Hochwassern, wie sie statistisch alle zehn Jahre vorkommen. Mit den montierten Dammbalken kann das Dorf gar vor einem 100-jährlichen Hochwasser geschützt werden. Im Rahmen der Bauarbeiten entlang des Rheins sollen ausserdem das Rheinufer ökologisch aufgewertet und die Rheinstrasse saniert werden.

Keine Einwendungen gegen die Projektauflage

Das Projekt ist nun einen Schritt weiter. Die öffentliche Auflage für das Hochwasserschutz­projekt und die ökologische Aufwertung ist kürzlich abgelaufen – ohne, dass dagegen eine Einwendung eingegangen wäre. Auch gegen die Strassensanierung ging keine Einwendung ein. «Der Gemeinderat wird die Projektgenehmigung voraussichtlich im April erteilen können», sagt Gemeindeschreiber Thomas Zimmermann. Danach werde von einem Ingenieurbüro ein Ausführungsprojekt erarbeitet und basierend darauf im Herbst die Submission durchgeführt, so Zimmermann.

Das Terminprogramm bei der Strassensanierung lehnt sich an dasjenige des zuständigen kantonalen Departements für den Hochwasserschutz an. Dort wird derzeit gemeinsam mit der Feuerwehr ein Interventions- und Notfallkonzept erarbeitet. «Da der Hochwasserschutz nur bei rechtzeitigem und korrektem Einsetzen der mobilen Dammbalken gewährleistet ist, kommt der Interventionsplanung in diesem Projekt ein grosses Gewicht zu», sagt Bastian Schmid, Projektleiter Wasserbau beim kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt. Parallel dazu wird die Projektgenehmigung durch den Regierungsrat vorbereitet. «Das Projekt kommt fast ohne Land­erwerb aus, wodurch dieser Schritt hoffentlich schnell erledigt ist», sagt Schmid. Wenn alles nach Plan laufe, könne im zweiten Quartal 2021 mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Die Kosten für das Hochwasserschutzprojekt samt ökologischer Aufwertung belaufen sich auf insgesamt knapp zehn Millionen Franken. Daran beteiligt sind der Bund, der Kanton und die Aargauische Gebäudeversicherung sowie die Gemeinde.

Versicherungsgesellschaft beteiligt sich an Kosten

Deren Anteil beläuft sich auf rund drei Millionen Franken, dazu kommen die Kosten für die Strassen- und Werkleitungs­sanierung. Einen erfreulichen Bescheid erhielt der Gemeinderat von der Rheinfelder Mobiliar. Die Versicherungsgesellschaft engagiert sich schweizweit bei Projekten, die präventiv vor Elementarschäden schützen. «Das Projekt in Wallbach wurde als unterstützungswürdig befunden», sagt Zimmermann. Es wird demnach mit 300000 Franken unterstützt.

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Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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