Die Idee entstand spontan bei einer Exkursion mit Studenten. Verantwortliche des paläontologischen Instituts der Universität Zürich staunten über einen Fund in der Fricker Tongrube. Dort hatten Grabungsleiter Ben Pabst und sein Team einige Wochen vorher die Knochen eines Plateosauriers entdeckt. «Das Skelett ist sehr vollständig, ähnlich demjenigen, das im Museum ausgestellt ist. Es ist sehr gut erhalten, nur der Kopf fehlt», sagt Museumsleiterin Andrea Oettl.

Die Uni-Verantwortlichen jedenfalls waren derart fasziniert, dass sie fragten, ob das Skelett nach der Präparation im paläontologischen Museum der Universität ausgestellt werden könnte. «Wir hatten nichts dagegen – im Gegenteil: Jeder Fund, der präpariert wird, wird dadurch der Forschung zugänglich. Ausserdem verfügen wir ja bereits über ein sehr ähnliches und zudem vollständiges Skelett», sagt Oettl. Die Kosten der Präparation trägt die Uni, sie soll in den kommenden Monaten erledigt werden.

Die Zukunft von «XL» und «Fabian»

Neben der eben abgeschlossenen Grabungssaison beschäftigen das Museum auch die bekannten Funde aus den letzten Jahren. Im Sommer 2015 entdeckte das Grabungsteam «XL», das mit rund acht Metern grösste zusammenhängende Saurierskelett, das in der Schweiz je gefunden wurde. Ein Jahr später gab es eine weitere aussergewöhnliche Entdeckung – den kleinsten weltweit je gefundenen Plateosaurier. Und dann ist da noch Saurier «Ben», den das königliche belgische Institut für Naturwissenschaften in Brüssel als Dauerleihgabe erhalten hat. Er ist dort nach wie vor ausgestellt und wird jährlich von Tausenden Besuchern bewundert.

Auch «Fabian» und «XL» sollen dereinst der Öffentlichkeit zugänglich sein. Beide sind inzwischen fertig präpariert. «‹XL› haben wir im Frühjahr erstmals auf Paletten ausgelegt», sagt Oettl. Der nächste Schritt wird nun sein, die Knochen auf die Paletten zu montieren. Denn die Idee ist es, dass «XL» rasch auf- sowie abgebaut und in verschiedenen Ausstellungen auf der ganzen Welt gezeigt werden kann.

Knochen aus dem 3-D-Drucker?

Für das Sauriermuseum in Frick vorgesehen ist hingegen «Fabian». Derzeit laufen die Abklärungen zur Umsetzung. Einerseits sollen die Knochen in einer klassischen Fundlage präsentiert, andererseits auch ein stehendes Skelett erstellt werden – das wäre eine Premiere für Frick. Unklar ist noch, mit welcher Technik diese Kopie erstellt wird. «Eine Möglichkeit wäre ein klassischer Abguss der Knochen, eine andere die Herstellung einer exakten Kopie über einen 3-D-Drucker», erklärt Oettl. «Das ist natürlich auch eine Budgetfrage, die 3-D-Kopie wäre sicherlich teurer.»

Kommt hinzu: Die Knochen sind durch die Jahrtausende in den Erdschichten zusammengepresst. «Schön wäre es aber, wenn wir für die Kopie die eigentliche Form der Knochen nachstellen könnten», so Oettl. Dazu müssten die gefundenen Knochen «entzerrt» werden. «Es gibt Interessenten, die eine solche Arbeit gerne übernehmen würden. Noch ist aber nichts spruchreif», sagt die Museumsleiterin. Bis Ende Jahr soll ein Entscheid gefällt werden. Somit könnte «Fabian» im kommenden Jahr ausgestellt werden.