Künstler
Der Laufenburger Städtlemaler Rudolf Schütz feiert seinen 80. Geburtstag

Wie wohl kein Maler sonst hat Rudolf Schütz die Stadt künstlerisch begleitet und ihr Ausdruck verliehen. Sein Werk ist so umfangreich, dass die aktuelle Ausstellung im Laufenburger Museum Schiff nur einen Teil davon zeigen kann. Ihr Motto aber passt: «Bilder erzählen Geschichten.»

Charlotte Fröse
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Maler Rudolf Schütz mit einem Selbstporträt aus dem Jahr 2012 nach dem Motto: Wie mich Augste Renoir vor 100 Jahren gemalt hätte.

Maler Rudolf Schütz mit einem Selbstporträt aus dem Jahr 2012 nach dem Motto: Wie mich Augste Renoir vor 100 Jahren gemalt hätte.

Dennis Kalt / Aargauer Zeitung

«Im Kopf habe ich immer schon die Malerei gehabt», berichtet der Kunstmaler Rudolf Schütz, der auch als Laufenburger Städtlemaler bekannt ist. An diesem Wochenende blickt er auf 80 Lebensjahre zurück, in denen die Malerei eine grosse Rolle spielt.

Gross feiern will Schütz seinen runden Geburtstag nicht. Noch immer macht ihm eine Corona-Erkrankung zu schaffen, die ihn Anfang des Jahres ereilte. Auch seine Frau hat sich von einer ebensolchen Erkrankung noch nicht erholt. Schütz hat in eine langsamere Lebens- und Schaffens-Gangart geschaltet. Nachdem er sich während rund fünf Jahrzehnten unermüdlich der Malerei gewidmet und zudem in den letzten Jahren intensiver um seine Frau gekümmert hat, legte er eine Schaffenspause ein und sagt:

«Ich habe erst einmal einen Schlussstrich gezogen und eine Pause gemacht.»

Mit Blick auf seine schier unzähligen Bilder erzählt er: «Ich habe schon so viel gemalt und niedergeschrieben, dass ich dachte, es reicht.» Aber die Malerei lässt ihn nicht los. Bereits in der derzeitigen Erholungsphase ist er dabei, neue Eindrücke zu sammeln, ein neues Kapitel in seinem künstlerischen Schaffen aufzuschlagen und einen Neuanfang zu wagen. Die Ölmalerei ist sein derzeit bevorzugtes Metier und er hat damit begonnen, Tiere in ihren Lebensräumen auf die Leinwand zu bringen.

Hunger nach Malen ein wenig gestillt

Was für den 1941 geborenen Wahl-Laufenburger als eine Freizeitbeschäftigung begann, hat immer grösseren Raum in seinem Leben eingenommen. Schütz sagt dazu: «Mit den Jahren habe ich meinen Hunger nach Bilder malen ein wenig gestillt und mir den Luxus geleistet, richtig und gezielt maltechnisch interessante Sammlungen aufzubauen.» Immer hat er Projekte gefunden, die es ihm wert waren, sie in Bildern und in Geschriebenem festzuhalten.

So hatte es sich der Maler zur Aufgabe gemacht, in einem Langzeit-Projekt Laufenburger Ansichten, die eine Veränderung erfuhren, davor zeichnerisch festzuhalten und den Zustand in Bild und Wort zu dokumentieren. Die Stadt in ihren Veränderungen hat er etwa ab 1970 bis heute begleitet. Seine Sammlung von Liegenschaften und Plätzen, die eine Veränderung erfuhren, zählt heute 157 Bilder.

«Schweizer Militärflugzeuge» als kommende Ausstellung

Das ist aber noch lange nicht alles, was entstanden ist. Schütz schuf Alpenbilder und Bergstudien, Sommer- und Winterlandschaften sowie 58 Porträts, oftmals versehen mit Kurzbiografien, und Tierbilder. Auch die Sammlung der Laufenburger Sagen, zu denen er 29 Bilder komponierte, gehört zu seinem Werk.

Eine weitere Sammlung, die er 2008 begonnen hat, widmet sich der Kultur und dem Brauchtum in Laufenburg. Sie umfasst 28 Ölbilder und einen Text. Im Schaufenster in der Laufenburger Marktgasse 171 wird Schütz demnächst Bilder unter dem Motto «Schweizer Militärflugzeuge» ausstellen.

Aktuell läuft, voraussichtlich noch bis April, eine Ausstellung im Laufenburger Museum Schiff unter dem Titel «Bilder erzählen Geschichten» mit Aquarellen von Schütz sowie Bildern von Friedrich Huster und Renate Kaiser. Zu sehen sind Laufenburger Ansichten, eingefangen von den drei Künstlern, verbunden mit Lebens- und Häusergeschichten der Stadt. Wenn die Coronalage es zulässt, könnte das Museum im März für das Publikum wieder öffnen.

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