Frick

Manchmal ist weniger mehr – Strassenfest glänzt durch Einfachheit

Bereits am frühen Abend waren letztes Jahr viele Besucher am Fricker Strassenfest.

Bereits am frühen Abend waren letztes Jahr viele Besucher am Fricker Strassenfest.

Alljährlich feiern über tausend Besucher auf der gesperrten Hauptstrasse in Frick – am Mittwoch ist es wieder soweit.

Manchmal braucht es gar nicht viele Attraktionen für ein gutes Fest. Beweis dafür ist das traditionelle Strassenfest in Frick. Ins Leben gerufen einst als eigentlich einmaliger Anlass für die Einwohner – quasi als Entschädigung für die lange Bauzeit an der Hauptstrasse – ist das Fest mittlerweile nicht mehr aus dem Jahreskalender des Dorfs wegzudenken. Zum 27. Mal findet es heute Mittwochabend statt.

Über 100 Festbänke und -tische werden dann wieder auf der Hauptstrasse aufgestellt. Dazu kommen musikalische Unterhaltung mit den «Silver-Birds» und rund ein Dutzend Verpflegungsstände. In diese – das sei an dieser Stelle auch betont – stecken die beteiligten Vereine natürlich eine grosse Portion Herzblut und Einsatz. Das kulinarische Angebot reicht von Fackel- und Maisspiessli über Würste vom Grill, Raclette, Fisch, Kebab, Pizza und Pasta bis hin zu Crêpes, Kuchen oder Glace.

Aber eben: Das Fricker Strassenfest kommt ansonsten ohne grössere Attraktionen aus – und lockt trotzdem jedes Jahr zwischen 1500 und 2000 Besucherinnen und Besucher an. Das Erfolgsgeheimnis ist wohl gerade diese Einfachheit. Das zumindest ist die Einschätzung von zweien, die es wissen müssen: Heinz Schmid, ehemaliger langjähriger Gemeindeschreiber, und Anton Mösch, ehemaliger langjähriger Gemeindeammann von Frick.

Ungezwungenheit und Standort als Trümpfe

«Das Fest ist zwanglos. Jeder kann kommen und gehen, wie und wann er möchte», sagt Schmid. Er erzählt, wie ihn der Erfolg und das Konzept des Fests «schon immer fasziniert» hätten. Er selber ist ein regelmässiger Besucher. «Jedes Jahr trifft man dort so viele Leute. Das ist einfach schön.» Auch Mösch spricht von einer «Ungezwungenheit» am Strassenfest. «Die Besucher können sich einfach setzen und gemeinsam festen. Das macht das Strassenfest aus.»

Was das Fest ebenso ausmacht, ist wohl der ungewöhnliche Standort. Rund 15 000 Autos fahren täglich auf der Hauptstrasse durch Frick. Für das Strassenfest wird die Strasse aber gesperrt. «Dort, wo ansonsten Tausende Autos durchfahren, für einmal gemütlich beisammenzusitzen, hat einen grossen Reiz», sagt Mösch.

Es ist vielleicht die grösste Attraktion des Strassenfests. So sehen das Mösch und Schmid, so sieht es aber auch Markus Stihl vom Verschönerungsverein Frick, der das Strassenfest jeweils organisiert. «Wenn diese Strasse zu ist, ist das wirklich speziell. Dann verändert sich die ganze Atmosphäre im Dorf», sagt Stihl. Dann wird die Hauptstrasse zur Festmeile, wo sich Alteingesessene mit Neuzuzügern treffen und Heimwehfricker mit spontanen Besuchern, die einfach halten, weil die Strasse zu ist. Die Sperrung ist wohl auch die grösste Werbung für das Fest: «Viele Fricker kommen von der Arbeit nach Hause und sehen die Sperre. Dann ist klar, dass es am Abend ans Strassenfest geht», sagt Heinz Schmid.

Fest wird der Auftakt zu «Singen macht Spass»

Grosse Änderungen am Konzept oder Programm hat es in all den Jahren kaum gegeben. «Wir haben das bei Jubiläen zwar diskutiert, aber wieder verworfen», sagt Stihl. «Die Frickerinnen und Fricker schätzen das Fest so, wie es ist.»

Eine kleine Neuerung und gleichzeitig eine Premiere gibt es in diesem Jahr trotzdem: Am Strassenfest präsentieren die singenden Vereine Fricks erstmals ihr Projekt «Singen macht Spass». Von August 2019 bis Mai 2020 organisieren sie Konzerte und Workshops. «Die Idee ist es, dass wir am Strassenfest gemeinsam mit dem ‹Silver-Birds› und den Festbesuchern ein paar Lieder singen», sagt Anton Mösch, einer der Initianten.

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Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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