Rheinfelden

Millionenprojekt: Pro Jahr werden 60 Tonnen Crevetten gezüchtet

Ab 2018 könnten in Rheinfelden Shrimps gezüchtet werden.

Ab 2018 könnten in Rheinfelden Shrimps gezüchtet werden.

Ab 2018 sollen bei der Schweizer Saline Crevetten gezüchtet werden – das Projekt kostet Millionen.

Als die Profile gesteckt waren, hat sich Rafael Waber das Ganze einmal angeschaut. «Da ist mir die Dimension des Baus und die schöne Lage direkt am Waldrand erst richtig bewusst geworden», sagt der Geschäftsführer der Swiss Shrimp AG. Das Unternehmen plant auf dem Gelände der Schweizer Salinen AG in Rheinfelden eine Crevetten-Zucht. Ab Freitag liegt das Baugesuch auf dem Stadtbauamt auf.

Bauherrin der Halle mit einer Grundfläche von rund 4500 Quadratmetern sind die Schweizer Salinen. Sie kommen für den Bau der Halle sowie deren Erschliessung auf, die Swiss Shrimp AG wird die Halle mieten und für den entsprechenden Ausbau sorgen. Insgesamt dürfte der Bau über 13 Millionen Franken kosten.

Bedingungen wie im Solebad

In der Produktionshalle finden sich Platz für ein Lager, für die Wasseraufbereitung, die Produktion sowie die Verwaltung und Laborräumlichkeiten. Was den Baustandard angeht, muss ein besonderes Augenmerk auf die spezielle Atmosphäre in der Halle gelegt werden.

«Wir bewegen uns hier im Bereich eines Solebads – mit feuchten Räumen, salzwassergeschwängerter Luft und warmen Temperaturen», sagt Waber. Bedingungen wie sie im Binnenland Schweiz kaum vorkommen. «Deshalb galt es, Wege für die Belüftung, die Wasseraufbereitung, die energieeffiziente Erwärmung des Wassers sowie die korrosionsbeständige Hallenkonstruktion zu finden», so Waber.

Lokale Verankerung

Der Mieterausbau kostet laut Waber zwischen sieben und acht Millionen Franken. Das Unternehmen verfügt über ein Eigenkapital in der Höhe von mehreren Millionen Franken aus Aktienverkäufen. «Schön ist, dass sich auch Leute aus Rheinfelden am Projekt beteiligen», sagt Waber. «Das gibt uns eine lokale Verankerung.» Daneben wird das Projekt durch eine Bürgschaft des Technologiefonds des Bundes unterstützt.

In der Halle werden zwei Produktionsräume und zwei Wasseraufbereitungsräume entstehen. Darin können bis zu 60 Tonnen Crevetten im Jahr gezüchtet werden. Hat das Produkt am Markt Erfolg, ist eine Erweiterung auf 150 Tonnen möglich.

Erste Ernte vor Weihnachten 2018

Wann die ersten Fricktaler Crevetten auf den Markt kommen, ist allerdings noch offen. «Der Zeitplan ist natürlich abhängig vom Verlauf des Bewilligungsverfahrens», sagt Waber. Die Bauzeit beträgt knapp ein Jahr. Geht alles nach Plan, könnten vor Weihnachten 2018 die ersten Shrimps geerntet werden. «Das ist das grosse Ziel», sagt Waber. Um dieses zu erreichen, müsste spätestens im Juli Baustart sein.

Mit welcher Produktionsmenge gestartet wird, ist Gegenstand der Produktionsplanung, die gerade läuft. Dass es Abnehmer geben wird, davon ist Rafael Waber überzeugt: «Wir führen seit Jahren Gespräche mit potenziellen Abnehmern. Dazu gehören Feinkost-Detailhändler, Gourmetgastronomen sowie deren Lieferanten. Die Konsumentenstimmung ist sicherlich positiv.»

Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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