Gipf-Oberfrick

Mit der Lok durch den Garten fahren: Pius Ackle macht es möglich

Pius Ackle (3. v. l.) will ab diesem Sommer Gleisanlagen für Gartenbahnen bauen und verlegen.

Pius Ackle (3. v. l.) will ab diesem Sommer Gleisanlagen für Gartenbahnen bauen und verlegen.

Der gelernte Elektromechaniker will mit Gartenbahntechnik für Personenbeförderung durchstarten

Dass Pius Ackle dem Eisenbahnfieber verfallen ist, kann er nicht verhehlen. Vor seinem Haus an der Landstrasse 4 in Gipf-Oberfrick steht mit der «Ae 3/6’’» ein Modell einer Schweizer Lok aus den 1920er-Jahren im Massstab eins zu acht, die Ackle selbst gebaut hat. Schon Anfang der 1980er-Jahre als er in Aarau seine Ausbildung zum Elektromechaniker absolvierte, imponierten ihm die schweren Loks und die Anlagen des Güterbahnhofs, der sich gleich gegenüber seiner Ausbildungsstelle befand.

Seit 2006 besitzt Ackle eine selbst konstruierte Gartenbahn, die um sein Haus führt. «Die Idee dazu kam mir, als ich einen Weg, der um das Haus führt, bauen wollte. Ich dachte mir: Wieso eigentlich nicht über das Gelände fahren?», erzählt er. Und so verlegte Ackle eine Schienenspur im Massstab eins zu acht um das umgebaute Bauernhaus. Vor gut zwölf Jahren fuhren dann die Kinder von Ackle zum ersten Mal mit einem fussbetriebenen Schemel auf Rädern über die Schienen an der Landstrasse. «Sie hatten viel Spass», sagt Ackle mit einem Schmunzeln. «Manchmal gab es eine Bruchlandung», schiebt er nach. Heute führt ein elektrischer Triebwagen am Gemüsebeet und den Blumenplätzen vorbei. «Ich sitze noch ab und an mit meiner Frau auf der Gartenbahn und geniesse den Ausblick», so Ackle.

2017 hat sich Ackle selbstständig gemacht. Neben dem Unterhalt von Industriereinigungsanlagen bietet er auch das Verlegen von Schienen und Bauen von Eisenbahninfrastruktur für den Garten an. In einigen Monaten will er mit den Gartenbahnen durchstarten. Seine Gartenbahn vor dem Haus sei bei einigen auf reges Interesse gestossen. Immer wieder habe er auch Anfragen erhalten. «Deswegen will ich jetzt mein Hobby zum Beruf machen», sagt er. Hier und da habe er mal eine Offerte abgegeben, so richtig losgehen soll es jedoch diesen Sommer.

Bei den Kunden werben

Potenzielle Kunden seien etwa Pärke oder Gastronomiebetriebe und Firmen, die über ein grosses Gelände verfügen. «Anbieter, die nach etwas Speziellem suchen, kommen kaum von selbst auf die Idee, eine Gartenbahn bauen zu lassen», sagt Ackle. Dies sei vermutlich so, weil es von diesen nur wenige in der Schweiz gebe. «Ich werde deswegen bei potenziellen Kunden mit meinen Gartenbahnen werben müssen», so Ackle.

Derzeit entstehen Betonelemente für Trassen, Schienen und Holzschwellen in der Werkstatt von Ackle. Hinzukommen sollen Brückenelemente, Wasserstationen für Dampfloks, Stahlbrücken und Weichen mit einem elektronischen Antrieb. Ackle orientiert sich bei dem Bau der Eisenbahn-Infrastruktur an grossen Originalen. «Zuletzt war ich in Münchenstein und habe eine Stahlbrücke fotografiert, damit ich sie nachbauen kann», so Ackle. «Ich habe mehr Spass daran, eine detailreiche Gartenbahn-Landschaft entstehen zu lassen, als X Kilometer an Schienen zu verlegen.»

Nächsten Sonntag veranstaltet Ackle auf seiner eigenen Gartenbahn für Interessierte eine Rundfahrt. Mitfahrern können die Passagiere auf einer alten 350 Kilogramm schweren Dampflok, die ein Bekannter auf einem Anhänger vorbeibringt. «Weil die Lok zu schwer ist, um sie auf die Schienen der Gartenbahn zu hieven, wird ein Teilstück der Schiene über einen Hebemechanismus auf Höhe des Anhängers gebracht, sodass die Lok von dort aus einfach auf das Teilstück der Gartenbahn fahren kann», erklärt Ackle.

Dampf und Grill: Sonntag, 23. Juni, 10 bis 17 Uhr, Landstrasse 4.

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Autor

Dennis Kalt

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