Wohnraum

Mit Grossbauprojekten gegen den Siedlungsdruck

In Stein im Gebiet Neumatt wird derzeit eine Überbauung mit 112 Wohnungen gebaut.

Die Kaiseraugster Leerwohungsziffer geht gegen null – Schupfart hat aufgrund einer Fehlangabe die grösste statistische Veränderung.

Der Anteil leerer Wohnungen hat gemäss Bundesamt für Statistik erneut zugenommen. Mit 75'323 Leerwohnungen gibt es insgesamt 3000 mehr als noch im letzten Jahr. Dies entspricht einer Leerwohnungsziffer von 1,66 Prozent des Gesamtwohnungsbestandes inklusive Einfamilienhäuser.

Im Fricktal liegen 18 von 32 Gemeinden über dem Schweizer Durchschnittswert von 1,66. Wie bereits im Vorjahr weist die Gemeinde Ueken mit einem Wert von 4,76 bei 19 leeren Wohnungen die höchste Leerwohnungsziffer im Fricktal auf.

Jedoch verfehlt die Gemeinde mit Rang 154 klar eine Top-100-Platzierung in der nationalen Rangliste. Hierzu wäre eine Leerwohnungsziffer von mindestens 5,2 nötig gewesen. Auf Rang zwei folgt Schwaderloch mit einem Wert von 4,57 (Vorjahr 2,56). Auf dem dritten Rang landet Mumpf mit einem Wert von 4,28 (Vorjahr 3,32).

Aussagekraft ist mit Vorsicht zu geniessen

Gemäss René Heiz, Gemeindeammann von Schupfart, ist die Aussagekraft der Leerwohnungsziffer jedoch gerade bei kleineren Gemeinden mit Vorsicht zu geniessen. «Wenn ein Mehrfamilienhaus fertiggestellt wird, kann dies eine grosse Veränderung der Leerwohnungsziffer bewirken», sagt er.

Tatsächlich hatte die rund 800 Einwohner zählende Gemeinde von letztem auf dieses Jahr den grössten Sprung in der Leerwohnungsziffer. Diese stieg von 0 auf 3,77 an. Dies begründet Heiz zum einen eben mit einer regen Bautätigkeit, zum andern jedoch auch mit falschen Daten, die man dem Kanton versehentlich angegeben habe.

Auch nicht vermietbare Wohnungen angegeben

Den zweitgrössten Sprung gab es in der Gemeinde Magden. Hier sank der Wert von 4,73 (80 leerstehende Wohnungen) auf 1,23 (21 leerstehende Wohnungen). Ähnlich wie in Schupfart sei auch der Gemeinde Magden im letzten Jahr bei der Angabe der Daten ein Fehler unterlaufen, sagt Gemeindeschreiber Rolf Dunkel.

«Es wurden versehentlich alle Wohnungen im Gebäuderegister angegeben – auch diejenigen, die aufgrund ihres Zustandes nicht marktreif waren», sagt Dunkel.

In Oeschgen gab es laut Statistik per 1. Juni keine leerstehende Wohnung. Hinter Oeschgen hat die Gemeinde Kaiseraugst mit 0,35 (neun leere Wohnungen) die zweitgeringste Leerwohnungsziffer.

Gegen den hohen Siedlungsdruck hat die Gemeinde unlängst reagiert. An der Gemeindeversammlung im Juni sagte der Souverän Ja zur Nutzung des Gebiets Wurmisweg-West, wo 300 Wohnungen gebaut werden sollen. Zudem sollen bis Frühjahr 2023 die 125 Wohnungen im Domus-Turm im Liebrüti-Zentrum bezugsbereit sein.

Hinter Wegenstetten mit einem Wert von 0,42 (Vorjahr 1,06) und Olsberg mit einem Wert von 0,55 (Vorjahr 0,55) weist die Gemeinde Stein mit einem Wert von 0,66 (Vorjahr 0,48) die fünfttiefste Leerwohnungsziffer aus.

Auch hier soll mit Grossbauprojekten dem Wohnungsmangel entgegengewirkt werden. So etwa mit der Überbauung Neumatt an der Münchwilerstrasse, wo bis Mitte 2020 112 Wohnungen entstehen werden.

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Autor

Dennis Kalt

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