Festtage sind für Peter Pfister Stresstage. Weil zwischen Weihnachten und Neujahr nicht weniger Abfall anfällt – und dieser an den Feiertagen nicht gesammelt werden kann – hat der Oeschger Transportunternehmer und sein Team alle Hände voll zu tun. Innert drei Tagen muss die Arbeit einer ganzen Woche erledigt werden: den Müll von über 30 Fricktaler und Brugger Gemeinden abholen und entsorgen. «Wir müssen uns zur Decke strecken», sagt Peter Pfister, als er gestern früh den Kehrichtwagen durch die engen Gassen von Laufenburg manövrierte. «Wir haben deshalb mehr Fahrzeuge im Einsatz und arbeiten auch am Samstag.»

In Laufenburg rechnet Peter Pfister an diesem Morgen mit besonders viel Abfall. Die wöchentliche Kehrichtabfuhr im Städtchen war wegen Weihnachten von Dienstag auf Freitag verschoben worden. In den Haushaltungen dürfte sich deshalb der Müll von zehn statt sieben Tagen angehäuft haben. Am Strassenrand ist davon aber nichts zu sehen. «Das ist nur etwa die Hälfte der normalen Menge», sagt Peter Pfister. «Offensichtlich haben viele nicht mitbekommen, dass die Kehrichtabfuhr verschoben wurde.»

Zustände wie in Neapel

Diesen Eindruck hat auch Marcel Tröndle. Der gebürtige Laufenburger steht mit seinem Hund am Strassenrand, winkt den Müllmännern anerkennend zu – und macht sogleich seinem Ärger Luft: «Viele haben ihren Abfall schon an Weihnachten vor die Tür gestellt, obwohl die Kehrichtabfuhr erst heute kommt.» Tröndle spricht von Zuständen wie in Neapel.

Laufenburg scheint die verschobene Kehrichtabfuhr tatsächlich etwas verschlafen zu haben. Und jene mit leichtem Schlaf sind froh um das auffällige Zischen, wenn der Kehrichtwagen vor der Haustür hält – und rennen mit dem Sack in der Hand auf die Strasse. «Das kommt immer wieder vor», sagt Peter Pfister später bei einer Tasse Kaffee, schmunzelt darüber und mahnt schon bald wieder zum Aufbruch: «So, gehen wir Säcke suchen.»