Fricktal

Münchwilen ist Wachstumskönig: So entwickelte sich die Bevölkerung im Fricktal

Die Realisierung der Überbauung Dell hat viel dazu beigetragen, dass Münchwilen der Wachstumskönig der letzten 20 Jahre ist.

Die Realisierung der Überbauung Dell hat viel dazu beigetragen, dass Münchwilen der Wachstumskönig der letzten 20 Jahre ist.

Rund 80'000 Menschen leben im Fricktal. Die Gemeinde Münchwilen wuchs seit 1997 am stärksten, auch was den Ausländeranteil betrifft. In Frick sank der Anteil von ausländischen Personen am stärksten.

Es ist alles eine Frage der Definition. So auch, ob das Fricktal nun 80 000 Einwohner hat – oder noch nicht. «Das Fricktal kratzt an der 80'000er-Marke», titelte die AZ am 27. Februar. Grund dafür war eine Umfrage der AZ in den Fricktaler Gemeinden. 79 973 Einwohner kamen so zusammen. Nach der Zählung des Kantons, der in diesen Tagen die offizielle Bevölkerungsstatistik 2017 publiziert hat, sind es 78'833.

Nur eben: Das ist nur die halbe Wahrheit – oder besser: die politische Wahrheit. In die Zählung flossen nur die 32 Gemeinden der Bezirke Rheinfelden und Laufenburg ein, nicht aber Bözen, Effingen, Elfingen und Densbüren, die geografisch ebenfalls zum Fricktal gehören. Nimmt man diese vier Gemeinden hinzu, so ist die 80'000er-Marke seit zwei Jahren geknackt. Aktuell, das heisst Ende 2017, zählte das Fricktal nach dieser Zählung 82'181 Einwohner.

Prozentual am stärksten gewachsen ist im letzten Jahr Wittnau (+5,52), gefolgt von Oeschgen (+5,08) und Zeihen (+4,93). Elf Gemeinden hatten dagegen im letzten Jahr ein Negativwachstum, das heisst sie verloren Einwohner. Am meisten Schwaderloch (–2,79 Prozent), gefolgt von Hornussen (–2,50), Hellikon (–1,75), Effingen (–1,33) und Ueken (–1,21). In absoluten Zahlen legte Frick am meisten Einwohner zu (+145), gefolgt von Möhlin (+97) und Laufenburg (+84) – also Gemeinden mit einer starken Bautätigkeit.

Münchwilen wuchs stark

Vergleicht man die Einwohnerzahlen von Ende 2017 mit jenen von Ende 1997, so ist Münchwilen mit Abstand am stärksten gewachsen, nämlich um satte 61,66 Prozent. Ebenfalls bei rund 50 Prozent lag das Wachstum in Mumpf und Kaiseraugst. Kleines Detail: Die grösste Gemeinde, Rheinfelden, schafft es in diesem Rating nicht unter die Top Ten; das Zähringerstädtchen liegt mit einem Wachstum von 28,8 Prozent auf Rang 16.

Weniger Einwohner als vor 20 Jahren haben im Fricktal zwei Gemeinden: Effingen verzeichnete einen Rückgang von 4,2 Prozent; das entspricht einem Minus von 26 Einwohnern. In Densbüren sank die Einwohnerzahl um 4,1 Prozent, was 31 Einwohnern entspricht.

Der Ausländeranteil stieg zwischen 1997 und 2017 im Bezirk Laufenburg um 7,29 auf 19,60 Prozent, im Bezirk Rheinfelden um 8,17 auf 25,40 Prozent. Den stärksten Ausländerzuwachs verzeichneten dabei allerdings nicht die Zentrumsgemeinden, sondern Münchwilen. Hier stieg der Ausländeranteil in den letzten 20 Jahren um 22,28 Prozent auf aktuell 26,60 Prozent. Auf Platz zwei folgt Stein mit einem Plus von 15,70 Prozent. Mit einem Ausländeranteil von 39,11 Prozent weist die Gemeinde am Rhein aktuell auch den mit Abstand höchsten Ausländeranteil im Fricktal auf. Es folgen Laufenburg (32,71) und Rheinfelden (31,70).

Ausländeranteil zurückgegangen

Stark gestiegen ist der Ausländeranteil in den letzten 20 Jahren neben Münchwilen auch in Kaiseraugst (+12,07) und Sisseln (+11,49). In 3 der 36 Gemeinden hingegen sank der Ausländeranteil zwischen 1997 und 2017: In Bözen (–1,16 Prozent), Frick (–0,99) und Hellikon (–0,50) Prozent.

Dass Frick zu den Gemeinden gehört, in denen der Ausländeranteil heute – prozentual – niedriger ist als vor 20 Jahren, erstaunt auf den ersten Blick. Eine Erklärung sind die Einbürgerungen, die in diesen Jahren erfolgt sind. Eine zweite ist die Wachstumsdynamik, die auch viele Zuzüger aus dem Raum Basel anlockte. So hat Frick heute 41,79 Prozent mehr Einwohner als 1997; die Zahl stieg von 3843 auf 5449. Die Zahl der Ausländer erhöhte sich in diesem Zeitraum von 984 auf 1341.

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