Ausstellung

Museum Schiff gibt Einblick in ein früheres Laufenburg – und erzählt dessen Geschichten

Die Ausstellung zeigt Gassen und erzählt Geschichten.

Die Ausstellung zeigt Gassen und erzählt Geschichten.

Die neue Ausstellung im Museum Schiff in Laufenburg präsentiert Aquarelle dreier Künstler, in Verbindung mit Lebens- und Häusergeschichten aus Laufenburg. Und zeigt Stadtansichten, die es so heute nicht mehr gibt.

Am Samstag wurde die Ausstellung unter dem Titel «Bilder erzählen Geschichten – Mit Aquarellen aus Laufenburg von Friedrich Huster, Renate Kaiser und Rudolf Schütz», eröffnet. Bedingt durch die Hygieneauflagen während der Coronapandemie gab es drei Etappen mit jeweils nur zehn Vernissagegästen. Die Ausstellung ist noch bis zum April des nächsten Jahres zu erleben.

Der Besucher kann sich beim Gang durch die Räume auf eine interessante und spannende Reise durch Laufenburger Gassen machen und dabei Geschichten von Häusern und Menschen, die dort gelebt und gewirkt haben, erfahren. Kern der Ausstellung sind Aquarelle des in Düsseldorf geborenen Kunstmalers Friedrich Huster (1991-2000), der bis zu seinem Tod in seiner Wahlheimat Zermatt lebte. Huster wurde vor rund 50 Jahren von Ernst Sibold beauftragt, einige Ecken seiner Geburtsstadt Laufenburg in Aquarellen festzuhalten. Huster hielt das Städtchen auf den Bildern fast fotografisch genau fest, weshalb er so gesehen nicht nur Kunst, sondern auch ein Zeitdokument schuf.

Nach dem Tod von Ernst Sibold gelangte die insgesamt 35 Werke umfassende Sammlung mit Ansichten, die es teilweise so heute nicht mehr gibt, als Schenkung von Monika Vorlik-Sibold, der Tochter von Ernst Sibold, vor rund fünf Jahren ins Museum Schiff, wie Hannes Burger, Präsident des Museumsvereins Laufenburg, berichtete.

Die Ausstellung zeigt auch die badische Seite

«Wer von Laufenburger Häusergeschichten spricht, denkt auch an den Städtlemaler Rudolf Schütz», sagte Ariane Dannacher vom Museumsverein. Der 1941 geborene Maler und Wahl- Laufenburger hat es sich zur Aufgabe gemacht, Laufenbur- ger Ansichten, die eine Veränderung erfahren werden, davor zeichnerisch festzuhalten und den Zustand zu dokumentieren. Etliche Werke von ihm fanden den Weg in die Ausstellung. Dort bilden sie eine willkommene Ergänzung zu den Ansichten zu den um 1970 von Huster entstandenen Werken, zumal sie die jüngere Zeit Laufenburgs widerspiegeln.

«Die Ausstellung sollte aber auch die badische Seite berücksichtigen», betonte Burger. Und so können auch Bilder der 1949 geborenen Laufenburger Künstlerin Renate Kaiser bewundert werden. Darunter ist der Entwurf für eine Sonderbriefmarke anlässlich des Jubiläums «700 Jahre Stadtrechte Laufenburg». Ein Original der Briefmarke ist ebenfalls zu sehen.

Die Geschichte des letzten Gerbermeisters

Richtig interessant und spannend wird die Ausstellung durch Geschichten von Gebäuden, Quartieren und von ihren Bewohnern. Sie erzählen unter anderem von spektakulären Prozessen, einer Konditorei in der Burgmattstrasse, dem Spezereiladen in der Marktgasse, dem letzten Gerbermeister, der Totenfrau Katharina Spiess-Meier oder einer Rast in der «alten Post». Die Geschichten, wur-den von Ariane Dannacher, der Archivarin des Museums Schiff, ausgegraben und zusammengetragen. Ergänzt werden sie durch Ausstellungstücke die meist aus dem Fundus des Museums stammen und im Bezug zu den Geschichten stehen.

Gestaltet wurde die Ausstellung von Ariane Dannacher, Hannes Burger und unter der Mithilfe von Daniel Waldner. Zur Ausstellung ist eine reich bebilderte Ausstellungsschrift erschienen. Das Museum Schiff in der Flühgasse ist am Mittwoch von 14 bis 16 Uhr und am Samstag und Sonntag jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Führungen für Gruppen sind auch ausserhalb der Öffnungszeiten möglich. Die neue Ausstellung ist bis zum April 2021 zu sehen.

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