Deutlich schwerwiegender als es zunächst den Anschein hatte, sind die Schäden, die das Hotel Goldener Knopf in Bad Säckingen bei dem Brand vor einem Monat davongetragen hat. Nach Beginn der Renovierungsarbeiten habe sich gezeigt, dass gerade durch Russablagerungen und Wasser erhebliche Probleme entstanden seien, so Geschäftsführer Christian Herzog. Er geht von einem Schaden in Höhe von umgerechnet 570 000 Franken aus – gut doppelt so viel, wie zunächst angenommen.

Doch auch wenn die Lobby des Hotels aktuell so aussieht, als ob eine Bombe eingeschlagen hat, Herzog und seine Mitarbeiter wie auch die beauftragten Handwerksbetriebe sind mit grossem Eifer bei der Sache. Denn die Zeit drängt: «In der zweiten Aprilwoche müssen wir mit allem fertig sein», sagt Herzog. Dann beginne die Hauptsaison und das Haus sei ausgebucht. Gleichzeitig zeigt er sich zuversichtlich, dass dieser sportliche Zeitplan eingehalten werden kann.

Tiefschläge eingesteckt

Keinen Hehl macht Herzog indes auch daraus, dass die ersten Wochen nach dem Brand vor allem von Tiefschlägen geprägt waren: «Im Eingangsbereich wurde während der Aufräumarbeiten auch noch ein Wasserrohrbruch festgestellt, dort sind Teile der Decke heruntergebrochen.» Überall wo die aktuell zehn Mitarbeiter einer Spezialfirma, die zehn bis zwölf Stunden am Tag im «Knopf» an der Arbeit sind, Abdeckungen geöffnet oder Schächte untersucht haben, seien Russablagerungen festgestellt worden, die gravierende Eingriffe erforderten. Die Folge: Im gesamten Eingangsbereich wie auch in Teilen des Kellers wurden die Decken- und Wandverkleidungen bis aufs blanke Mauerwerk mit Presslufthämmern heruntergespitzt.

Der Bereich rund um die Rezeption gleicht immer noch einem Trümmerfeld. Dazu mussten Isolierungen, Kabel, Schächte und Räume systematisch von den Rückständen des Brandes gereinigt werden. 13 Zimmer sind derzeit nicht bewohnbar. Seit vier Wochen seien Elektriker im Haus tätig, schildert Herzog. Am kommenden Montag soll der Gipser seine Arbeit beginnen. Erleichtert werden die Arbeiten dadurch, dass vorwiegend Unternehmen aus der Region mit den Arbeiten beauftragt wurden. «Diese kennen unser Haus grösstenteils», sagt Herzog.

Immerhin: An der Brandursache gab es nichts zu rütteln, wie Polizeisprecher Mathias Albicker sagt. Es habe sich um einen Kabelbrand infolge eines technischen Defekts gehandelt. Insofern komme es auch nicht zu Schwierigkeiten mit den Versicherungen, so Herzog. Und dass nun Fortschritte erkennbar seien, sorge bei ihm für Zuversicht, dass bis in drei Wochen tatsächlich alle Nachwirkungen des Brandes beseitigt seien.