Wegenstetten

Nach dem Nein von Gipf-Oberfrick zu einem gemeinsamen Oberstufenstandort wird es eng

Wie lange die Oberstufe in Wegenstetten noch bestehen bleiben kann, ist unklar.

Wie lange die Oberstufe in Wegenstetten noch bestehen bleiben kann, ist unklar.

Die Enttäuschung in Wegenstetten ist gross. Weil eine der Regos-Gemeinden die Kreisschule Wegenstetten-Hellikon nicht als Aussenstelle der Schule Gipf-Oberfrick wollte, musste die Gemeinde eine erneute Niederlage im Kampf um Oberstufen-Standorte einstecken.

Der Neuzuzüger kommt lieber in eine Gemeinde, wenn sie Oberstufenstandort ist. Das wissend, kämpfen auch die Wegenstettertal-Gemeinden seit Jahren um den Erhalt ihrer Schulhäuser für die Schüler ab der siebten Klasse. Jetzt haben sie eine neuerliche Niederlage einstecken müssen. Ist die Schlacht nun geschlagen?

Die Kreisschule Wegenstetten-Hellikon hätte künftig gerne als Aussenstelle der Schule Gipf-Oberfrick fungiert, was ihr das Überleben ermöglicht hätte. Die entsprechende Anfrage des Gemeinderates Wegenstetten erfolgte im Mai 2019. Es war ein Strohhalm, nach dem die Gemeinde griff, nachdem klar war, dass die Tage Wegenstettens als Oberstufenstandort gezählt sind. Die Oberstufe der Kreisschule Wegenstetten-Hellikon mit ihren aktuell 70 Sek-Schülern in vier Klassen darf schon jetzt nur noch dank einer kantonalen Ausnahmegenehmigung bestehen. Die läuft kommendes Jahr aus. Ab 2021 besuchen auch keine Jugendlichen aus Möhlin mehr den Standort Wegenstetten. Dass deren Kommen ein Ende haben wird, wussten Zeiningen, Zuzgen, Hellikon und Wegenstetten seit 2017. Seitdem kämpfen sie um den Erhalt des Oberstufenstandorts im Tal.

Doch der wird mit dem Aus für eine Zusammenarbeit mit Gipf-Oberfrick immer unwahrscheinlicher. «Gipf-Oberfrick hätte ja mitgemacht, aber für uns war immer klar, dass alle Regos-Gemeinden mitziehen müssen», sagt Gipf-Oberfricks Gemeinderätin Verena Buol. Die Regos-Gemeinden, die ihre Oberstufenschüler nach Gipf-Oberfrick schicken, sind Oberhof, Wölflinswil und Wittnau. Von den dreien hätten zwei das Projekt Kreisschule Thierstein, wie das neue Konstrukt geheissen hätte, zwar unterstützt. Eine aber signalisierte rundweg Ablehnung.

Welche das ist, will auch Wegenstettens Gemeindeammann Felix Wendelspiess nicht verraten. Ihm ist die Enttäuschung anzuhören. «Das wäre sicher gut gekommen. Wir haben viele Vorbehalte gegenüber dem Projekt ausräumen können. Aber am Ende hat es doch nicht gereicht», sagt er.

«Fremdgehen gegenüber Frick»

«Der Haken war von Anfang an, dass kein Schüleraustausch vorgesehen war», sagt Buol. «Damit wären beide Schulen zu unterschiedlich gewesen.» Die Gemeinderätin will nicht verhehlen, dass es von Beginn an Vorbehalte der grossen Distanz ins Wegenstettertal wegen gegeben habe: «Da liegt uns Frick einfach näher.» Mit Wegenstetten zusammenzuspannen, hätten die Regos-Partner wie ein «Fremdgehen gegenüber Frick» empfunden. Der Zusammenschluss mit der dortigen Oberstufe ist für Gipf-Oberfrick noch immer eine Option. «Mittelfristig sind die Schülerzahlen bei uns stabil», sagt Buol. Und: «Unserem Standort kommt auch die neue Ressourcierung der Aargauer Volksschulen zugute.» Apropos Kanton: «Das Departement hätte uns das Projekt nicht verbieten können, es war ihm gegenüber aber eher negativ eingestellt», sagt Wendelspiess. So hat dies wohl auch zum Scheitern beigetragen.

Gipf-Oberfrick verspürt laut Buol Mitgefühl mit Wegenstetten. Denn dort wird die Luft immer dünner. Aussenstandort von Möhlin zu werden, das will die Gemeinde Wendelspiess zufolge nun nochmals probieren.

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