Wittnau

Nach dem Tod ihrer Seelöwen zieht Valentina Pellanda weg von Wittnau – will aber weiter auf der Bühne stehen.

Dank Hund Mischa kann Valentina Pellanda wieder lächeln. Nach dem Tod ihrer Seelöwen zieht sie aber weg aus Wittnau.

Dank Hund Mischa kann Valentina Pellanda wieder lächeln. Nach dem Tod ihrer Seelöwen zieht sie aber weg aus Wittnau.

«Otto und Cäsar wurden geliebt» – die Künstlerin trauert ihren zwei Seelöwen nach, kann aber dank Hund Mischa wieder lachen. Und will weiterhin die Menschen glücklich machen.

Valentina Pellanda lässt den Blick über das Gelände am Dorfeingang von Wittnau schweifen. Die Becken und das Gehege, wo in den letzten rund drei Jahren die Seelöwen Otto und Cäsar gelebt haben, sind abgebaut. Nur Pellandas Wohnwagen steht noch an seinem Platz – noch, denn: Pellanda wird Wittnau in den kommenden Wochen verlassen. Gemeinsam mit ihrem Mann zieht sie ins Tessin.

Über den Tod der Seelöwen-Brüder zu sprechen, fällt ihr noch immer schwer. 31 Jahre war sie mit ihnen unterwegs, zeigte Varietéshows, trat im Fernsehen auf, besuchte Schulen oder Altersheime. Zuletzt lebte sie mit Otto und Cäsar in Wittnau, dort hatte sie den Seelöwen eine Art Altersresidenz eingerichtet. Im vergangenen Herbst starb Otto, Ende Juli nun Cäsar (die AZ berichtete). «Sie fehlen mir noch immer wahnsinnig», sagt Pellanda mit Tränen in den Augen.

Menschen schrieben ihr Beileidsbekundungen

Unzählige Beileidsbekundungen habe sie nach Cäsars Tod Ende Juli erhalten. Viele Menschen erzählten Anekdoten von Begegnungen mit den Seelöwen und ihrer Besitzerin. «Das hat gutgetan. Es hat mir gezeigt: Otto und Cäsar wurden geliebt. Sie haben die Herzen der Menschen berührt und den Leuten Freude bereitet.» Das habe ihr in den schweren Momenten Kraft gegeben. «Auch mein Mann ist eine riesige Unterstützung», sagt sie. Und dann ist da noch Hund Mischa. Wie auf Kommando legt er Pellanda den Kopf in den Schoss, sie knuddelt ihn. «Er hat gemerkt, dass etwas nicht stimmt, und versucht, mich zu trösten», sagt Pellanda.

Sie lächelt beim Anblick des Hundes, der die Augen schliesst und die Streicheleinheit sichtlich geniesst. Pellanda möchte sich Zeit geben für die Trauer und den nötigen Raum, den Verlust der Seelöwen zu verarbeiten. «Es ist okay, eine Weile im Loch zu bleiben – aber danach ist es wichtig, wieder rauszukommen und weiterzumachen», sagt sie. Dazu gehört auch, Wittnau zu verlassen und Abstand zu gewinnen.

Weitermachen wird sie dann vom neuen Wohnort im Tessin aus. Sie möchte weiterhin als Artistin auf der Bühne stehen, ihre kleinen Shows zeigen, jonglieren und singen. «Das ist mein Leben und meine Leidenschaft. Ich möchte die Menschen glücklich machen», sagt sie.

Irgendwann in den nächsten Wochen wird sie aufbrechen. Pellanda lässt den Blick erneut über das Gelände schweifen, lächelt dann und sagt zum Abschied: «Wittnau wird mir trotz allem in guter Erinnerung bleiben. Die Menschen hier haben uns wahnsinnig herzlich aufgenommen.»

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Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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