Wegenstetten

Nach «Drecksloch»-Vorwürfen: Kammerjäger vertreibt Kakerlaken aus Asylheim

In der Asylunterkunft in Wegenstetten leben derzeit neun Asylsuchende.

Um die Missstände in der Asylunterkunft zu beseitigen, hat die Gemeinde reagiert. Es gab eine neue Küche und ein Schädlingsbekämpfer machte sich ans Werk.

Kakerlaken, die auf dem Boden krabbeln, Marihuana- und Tabak-Geruch in den Räumen, fehlendes Mobiliar – Mitte Februar machte die AZ Missstände, die in der Asylunterkunft der Gemeinde Wegenstetten herrschten, publik. Diese Missstände stiessen auch dem Fricker Bruno Müller sauer auf, als er seinen Schützling Mohammed besuchte, nachdem dieser von der kantonalen Asylunterkunft in Frick in die Individualunterkunft nach Wegenstetten verlegt wurde.

Müller beschrieb die Asylunterkunft damals drastisch als «Drecksloch sondergleichen» und forderte Gemeindeammann Willy Schmid in einem Brief auf, etwas gegen diese Zustände zu unternehmen. «Bislang habe ich noch keine Antwort erhalten», sagt Müller. Willy Schmid war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar, «da er sich im Ausland befindet», wie es vonseiten der Gemeindeverwaltung heisst. Zu den konkreten Vorwürfen nahm der Wegenstetter Gemeinderat damals keine Stellung. Gemeindeschreiberin Brigitte Schmid verwies auf die ORS Service AG, an die man die Betreuung der Asylsuchenden umfassend delegiert habe.

«Die Gemeindevertreter konnten zu den angebrachten Kritikpunkten Stellung beziehen und haben die Zusicherung gegeben, im Rahmen des Umsetzbaren die Punkte anzugehen», sagt ORS-Sprecher Igor Pondini. Zusammen mit der Gemeinde und dem Freiwilligennetzwerk habe ein Austausch stattgefunden, «um die Situation stark zu verbessern». Gemäss Pondini sei die Schädlingsbekämpfung durch einen Spezialisten, die schon seit Anfang des Jahres durchgeführt worden sei, erfolgreich verlaufen. «Die Bewohner haben Rückmeldung gegeben, dass das Problem beseitigt ist», sagt er. Darüber hinaus habe die ORS an die derzeit neun Bewohner spezielle Boxen für die Verstauung ihrer Esswaren verteilt und sie im Umgang mit offenen Nahrungsmitteln sensibilisiert, um einem erneuten Kakerlaken-Befall entgegenzuwirken.

Die Küche, die sich damals in einem desolaten Zustand befand, sei in Absprache mit der Gemeinde mit einer Spezialfarbe neu gestrichen und gereinigt worden, sagt Pondini. «Durch das Auftragen der Farbe lassen sich die Wände nun gründlicher reinigen.» Weiter sei die Küche mit einem neuen Herd und einer neuen Spritzblende ausgestattet und ein neuer Tisch in der Küche aufgestellt worden. Die Gemeinde Wegenstetten sei bestrebt, die Wohnsituation stetig zu verbessern, so Pondini. «In absehbarer Zeit werden neue Sitzmöglichkeiten in den einzelnen Räumen bereitgestellt.»

Keine Beschwerden mehr

Einige der Bewohner klagten damals über den Marihuana- und Zigarettenkonsum in der Wohnung, der ihnen zu schaffen macht. «Das Rauchverbot kann nicht rund um die Uhr von unseren Mitarbeitenden geprüft werden.» So hält Pondini fest, dass anders als in einem kantonalen Durchgangszentrum die Bewohner in Individualunterkünften – wie jener in Wegenstetten – zu mehr Eigenverantwortung angehalten sind «und nicht rund um die Uhr betreut werden».

Was die ORS jedoch umgesetzt habe, sei eine starke Sensibilisierung hinsichtlich des Rauchverbots, so Pondini. «Wir haben mit den Bewohnern mehrfach diskutiert und nochmals auf die Hausordnung aufmerksam gemacht. Danach hat es keine weiteren Beschwerden mehr, welche die Hausordnung betreffen, gegeben», sagt Pondini.

Bei Nichtbefolgen des Rauch- und Alkoholverbots gebe es Sanktionen, wenn der Verstoss nachgewiesen werden könne. Drogenbesitz und -konsum würden sofort der Polizei gemeldet, so Pondini.

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Autor

Dennis Kalt

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