Frick

Nach turbulenter Trennung von Pfarrer: Neue Kirchenpflege steht bereit

Noch ist die reformierte Kirchgemeinde eine Baustelle – Kurator Markus Fricker aber sieht eine positive Zukunft.

Die reformierte Kirchgemeinde Frick fährt wieder in ruhigeren Gewässern als nach der Nicht-Wiederwahl von Johannes Siebenmann. Kurator Markus Fricker schaut positiv in die Zukunft.

Die reformierte Kirche in Frick ist eine Baustelle. Und zwar wortwörtlich: Das Kirchenschiff ist eingerüstet. In den vergangenen Wochen wurde an der Isolation des Gebäudes gearbeitet und wurden etwa die bunten Fenster mit einer Dreifachverglasung ausgestattet. Die reformierte Kirche in Frick ist eine Baustelle – auch im übertragenen Sinn.

Nach der Nicht-Wiederwahl von Pfarrer Johannes Siebenmann vor gut einem Jahr arbeiteten die Mitglieder unter Leitung von Kurator Markus Fricker an der künftigen Ausrichtung der Kirchgemeinde. Jetzt stünden «die entscheidenden Schritte» an, wie Fricker sagt. An der Kirchengemeindeversammlung vom 25. November stellen sich fünf Personen für die Kirchenpflege zur Wahl.

Es sind dies Simon Plattner (Herznach) als Präsident, Jackie Costa-Senn (Frick), Silvia Guhl Lawson (Oeschgen), Christoph Möri und Christine Wondrusch (beide Gipf-Oberfrick). Vorgesehen ist, dass sie ihre Ämter nach der Wahl auf den 1. Januar antreten. Dann endet auch das Kuratorium von Markus Fricker.

Die fünf Kandidaten gehen als Resultat aus einem mehrmonatigen Planungs- und Findungsprozess innerhalb der Kirchgemeinde hervor. Nach dem hart geführten Wahlkampf sei es darum gegangen, den Blick rasch in die Zukunft zu richten, sagt Fricker.

Es blieben keinerlei negative Gefühle nach dem Knatsch

Der Kurator möchte keineswegs von einem Scherbenhaufen sprechen, den es nach der Entscheidung gegen Pfarrer Siebenmann zusammenzuwischen galt. «Für mich war es eindrücklich, wie die Mitglieder mit der Situation umgegangen sind», sagt Fricker.

Nach der Nicht-Wiederwahl habe er bei Siebenmanns Gegnern keinerlei Triumphgefühle wahrgenommen. Umgekehrt hätten dessen Befürworter – mit wenigen Ausnahmen – die Entscheidung akzeptiert.

Fricker erzählt von der ersten Sitzung mit der sogenannten Spurgruppe, die nach der Wahl die Planungen an die Hand nahm. «Da war das Bewusstsein, dass es jetzt um die Zukunft geht und eine grosse Aufgabe ansteht, deutlich spürbar.» Auch das Leben innerhalb der Kirchgemeinde habe stets funktioniert, betont Fricker.

Mit Anna Schütz und Markus Karau konnten etwa zwei Personen gefunden werden, die vorübergehend als Pfarrer arbeiten. Daneben hätten die Mitarbeitenden mitgeholfen, die Kirchgemeinde organisatorisch auf Kurs zu halten. Und auch die Mitglieder zogen mit. «Was passiert ist, ist abgeschlossen. Gerade jetzt ist eine positive Aufbruchsstimmung zu spüren», sagt Fricker.

Findungskommission kümmert sich um Pfarrer-Suche

Inzwischen wurde auch eine Personalfindungskommission gegründet, mit dem Ziel, die beiden vakanten Pfarrstellen sowie die ebenfalls vakante Stelle des Sozialdiakons – insgesamt 280 Stellenprozent – zu besetzen. «Die Kommission ist derzeit dabei, die Stellenprofile und die Ausschreibung zu erarbeiten», sagt Fricker.

Dabei greift sie einerseits auf Grundlagen und Überlegungen aus einer Zukunftswerkstatt vom vergangenen Dezember zurück. Andererseits findet am 4. November auch ein Informationsabend statt, wo noch einmal die Anliegen der Mitglieder abgeholt werden sollen.

Eine Massnahme ist dabei schon umgesetzt: Es wurde unter der Leitung von Nadine Brauchli eine Projektstelle für Jugend und Familie geschaffen. Ein Anliegen, das aus dem Kreis der Mitglieder hervorging.

Markus Fricker blickt ob all dieser Fortschritte positiv in die Zukunft. Die Aufgabe für die Findungskommission und die neue Kirchenpflege sei anspruchsvoll, aber ebenso spannend. «Der Pfarrermarkt ist kein einfacher Markt», sagt er.

Aber: «Die Aufgabe in Frick ist aus mehreren Gründen attraktiv. Einerseits ist eine gewisse Flexibilität vorhanden, wie die Stellenprozente zwischen den Stelleninhabern aufgeteilt werden. Andererseits gibt es die Chance, eigene Ansätze und Ideen einzubringen.» Markus Fricker wird der Kirchenpflege zu Beginn ihrer Amtszeit noch in einer Beraterfunktion zur Seite stehen.

«Ich bin überzeugt, dass sich mit der neuen Kirchenpflege ein ausgezeichnetes Team bilden wird, das die Geschicke der Kirchgemeinde gut in die Zukunft führen kann», sagt er. Dass seine Zeit in Frick damit enden wird, stimmt ihn zwar wehmütig. Die Kirchgemeinde und ihre Mitglieder seien ihm ans Herz gewachsen. Er sagt aber auch: «Es ist der richtige Zeitpunkt.»

Das Baugerüst an der reformierten Kirche in Frick wird in einigen Wochen abgebaut, die Bauarbeiten an der Isolation des Gebäudes werden fertiggestellt. Die Arbeit an der internen Baustelle wird noch etwas länger dauern – Markus Fricker aber ist zuversichtlich, dass auch sie erfolgreich abgeschlossen werden kann.

Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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