Fricktal
Nur Jungvögel, kein Pärchen: Dem Steinkauz gefällt es woanders besser

Die Massnahmen zur Wiederansiedlung blieben bisher ohne Erfolg. Die Eulenart zieht die Habitate im Ausland vor. Ein Schneeballeffekt sei aber möglich, denn die Käuze brüten gerne in einem Gebiet, in dem schon andere Artgenossen siedeln.

Dennis Kalt
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Der Steinkauz soll schon bald wieder das Fricktal besiedeln. Archiv

Der Steinkauz soll schon bald wieder das Fricktal besiedeln. Archiv

Der Steinkauz ist in der Nordwestschweiz vor 30 Jahren von der Bildfläche verschwunden. Geht es nach Birdlife Schweiz, soll die etwa 20 Zentimeter grosse Eulenart dereinst wieder im Fricktal brüten. Hierfür hat Birdlife Schweiz zusammen mit dem Bundesamt für Umwelt den «Aktionsplan Steinkauz» ausgearbeitet, der vor zwei Jahren in Kraft getreten ist. Das Fricktal wurde im Aktionsplan als eines der Gebiete mit «der grössten Wahrscheinlichkeit einer Wiederbesiedlung» beschrieben.

«Zwar wurden in diesem Jahr Jungvögel beobachtet, niedergelassen hat sich jedoch noch kein Steinkauzpärchen», sagt Raffael Ayé, Programmleiter für Artenförderung von Birdlife Schweiz. Für Ayé ist es jedoch nur eine Frage der Zeit, bis sich der Steinkauz im Fricktal niederlässt.

«Momentan zieht der Steinkauz die Habitate im Elsass und in Südbaden vor. Bei einer weiteren Zunahme der dortigen Bestände wird eines Tages der Platz jedoch zu eng und die Jungvögel müssen sich Brutplätze in anderen Regionen suchen», sagt Ayé. Es sei gut möglich, dass es im Fricktal zu einem Schneeballeffekt kommt, sobald sich das erste Steinkauzpärchen dort niedergelassen habe. «Käuze brüten gerne in Gebieten, in denen sich bereits andere Artgenossen befinden. Sie werden von ihnen angezogen», so Ayé.

Bei der Rückkehr ins Fricktal ist die Aufwertung der Habitate entscheidend. Der Steinkauz braucht offene und vielfältige landwirtschaftlich genutzte Flächen. Er ist ein sogenannter Ansitzjäger, der auf einem erhöhten Posten seine Beute beobachtet und sie aus der Luft angreift. «Seit einigen Jahren sind wir dabei, Hochstammobstgärten und vielfältige Vegetationen am Boden zu fördern oder Bäume mit Totholz und Höhlen zu erhalten», so Ayé.

Ziel von Birdlife Schweiz ist es, bis zum Jahr 2031 eine Anzahl von 300 Steinkauz-Revieren schweizweit zu erreichen. Aktuell gib es über 140, zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren es nur zwischen 50 und 60. Für Ayé kann es mit der Steigerung der Population ruhig weitergehen, «damit eines Tages der Steinkauz aus der Roten Liste der gefährdeten Arten verschwindet.»