Die Richtlinie solle Klarheit schaffen, «wie man im öffentlichen Raum miteinander umgehen will», sagte Kurt Brandenberger, Vorstandsmitglied des Bewohnervereins Altstadt Laufenburg, gegenüber der AZ.

Der Bewohnerverein hat den Entwurf der Richtlinie, die auf das gesamte Gemeindegebiet angewendet werden soll, erarbeitet.

Sie sieht unter anderem vor, dass eine Ombudsstelle geschaffen wird, welche «die Beschwerden der Bevölkerung und Nutzer entgegennimmt». Weiter soll «die Vergabe von lärmintensiven Veranstaltungen im Altstadtbereich» mit der Schwesterstadt koordiniert werden.

Und es sind Richtlinien für temporäre Aussennutzungen oder Vorschriften für Veranstaltungen festgehalten.

Der Entwurf sorgte bereits während der Vernehmlassung – namentlich bei den Fasnächtlern – für Kritik. Nun hat der Stadtrat die insgesamt 26 Eingaben gesichtet. Die Absender seien «breit gestreut», sagt Stadtammann Herbert Weiss.

«Sie waren durchgehend kritisch bis ablehnend», so Weiss. «Die Ombudsfunktion findet keine Akzeptanz.» Mehrfach würden zudem ein erhöhter Verwaltungsaufwand und eine Komplizierung befürchtet. «Die Bevölkerung hat Vorbehalte und das Gefühl, die Richtlinie sei eine einschränkende Massnahme», so Weiss.

Stadtrat will Entwurf ergänzen

Der Stadtrat hat sich bereits mit dem Bewohnerverein getroffen und das weitere Vorgehen besprochen. Laut Weiss wird der Stadtrat nun in den kommenden Wochen versuchen, die Eingaben abzugleichen und den Entwurf zu ergänzen. Gleichzeitig werde auch geprüft, «in welcher Form die Richtlinien eine sinnvolle Hilfestellung darstellen».

Für Kurt Brandenberger, der die anonymisierten Stellungnahmen gelesen hat, ist dieses Vorgehen richtig. «Letztlich muss es das Papier des Stadtrats sein», sagt er. Der Bewohnerverein selber werde den Entwurf nicht überarbeiten. «Aus unserer Sicht kamen keine Inputs, die wir nicht bedacht hatten.»

Vielmehr würden die Kritiker eine grundlegend ablehnende Haltung darlegen und zu wenig begründen, warum sie diese einnehmen. Brandenberger hat zwei Gruppen von Kritikern ausgemacht: Die Mehrheit äussere sich zu den Punkten Lärm und Fasnacht, eine Minderheit habe die gewerbliche Sicht eingebracht.

Dass es nur negative Eingaben gegeben hat, überrascht den Bewohnerverein nicht. «Es ist normal, dass sich die melden, die es anders sehen. Wir sind froh, dass diese Diskussion jetzt stattfindet.»

Brandenberger ist weiterhin überzeugt davon, dass die Richtlinie für die Gemeinde positiv wäre. Und er betont: «Wir verlangen nicht eine Änderung der Praxis, sondern eine Offenlegung.» Dies schaffe Transparenz und Gleichbehandlung.