Augst/Kaiseraugst

Penetrante Fahrer, Fehlalarme, Fusion: Feuerwehr Raurica feiert 20-jähriges Bestehen

Die Feuerwehr Raurica zählt derzeit 110 Einsatzkräfte.

Die Feuerwehr Raurica zählt derzeit 110 Einsatzkräfte.

Brände löschen, Verkehr umleiten, Öl beseitigen – seit 1999 sorgt die erste interkantonale Feuerwehr für Sicherheit in Augst und Kaiseraugst.

Als die Feuerwehren von Augst und Kaiseraugst am 1. Januar 1999 fusionierten, entstand die erste interkantonale Feuerwehr der Schweiz. Nach dem Beitritt der Gemeinde Giebenach zum Feuerwehrverbund Augst-Kaiseraugst Anfang des Jahres leisten heute 110 Männer und Frauen ihren Dienst in der Feuerwehr Raurica. Diese wird der Bevölkerung am Samstag beim Fest zum 20-Jahre-Jubiläum ab 10 Uhr Einblick in ihr Handwerk geben.

Einer, der bei der Gründung vor 20 Jahren dabei war, ist Leutnant Steve Aerni. Damals stellte sich für die Feuerwehr in Augst die Frage, ob sie sich der Feuerwehr Kaiseraugst oder jener in Pratteln anschliessen soll, erinnert er sich. Weil die Feuerwehren Augst und Kaiseraugst schon vor ihrer Fusion gemeinsame Übungen durchführten, war der Entscheid ein leichter, so Aerni. «Man kannte sich schon gut. Die ‹Dörflimentalität› hat daher keine Rolle gespielt. Bis auf ein oder zwei Einsatzkräfte sind alle in den Verbund eingetreten.» Durch die Fusion habe man von der Schlagkraft her zugelegt.

Dies war auch nötig, denn an Einsätzen mangelt es der Feuerwehr Raurica nicht. Etwa 60 Mal pro Jahr muss sie ausrücken. «Oftmals handelt es sich um Fehlalarme von Brandmeldern», so Aerni. Auf Trab wird die Feuerwehr auch schon das eine oder andere Mal von den ansässigen Recycling-Firmen Thommen und Rewag gehalten, was aber nicht per se an diesen läge, sagt Aerni. «Es kommt vor, dass Firmen und Personen, die dort Fässer abliefern, diese nicht reinigen, sodass Flüssigkeiten auslaufen.» An der Feuerwehr liege es dann, festzustellen, um welche Substanz es sich handle, und diese zu entsorgen oder allenfalls die Chemiewehr zu verständigen.

Stets um Höflichkeit im Einsatz bemüht

Bei der Sperrung von Strassen und der Einrichtung von Umleitungen ist Aerni aufgefallen, dass sich die Leute schneller echauffieren, als das früher der Fall war. So auch beim Einrichten der Umleitung beim Kreisel an der Giebenacherstrasse/Liebrütistrasse – dort stürzte infolge eines Wasserrohrbruchs Mitte Juni die Strasse ein. «Früher sind die Verkehrsteilnehmer den Umleitungen einfach gefolgt. Heute, in Zeiten des Navigationsgerätes, muss man den Verkehrsteilnehmern häufig erklären, wieso ihre präferierte Route nicht befahrbar ist», sagt Aerni. Dabei gelte es, immer höflich und ruhig zu bleiben, «auch bei penetranten Verkehrsteilnehmern».

Was Aerni über die letzten Jahrzehnte aufgefallen ist, ist, dass der Anteil der Feuerwehrangehörigen, die in Kaiseraugst und der Region wohnen, aber dort nicht arbeiten, zugenommen hat. Die Tagesverfügbarkeit bei einem Einsatz sei jedoch stets gewährleistet, da Angehörige anderer Feuerwehren, die in Kaiseraugst arbeiten, für den Pikettdienst tagsüber zur Verfügung stehen, so Aerni. «Zudem haben wir das Glück, dass uns bei einem Grossbrand die Berufsfeuerwehr der Roche zur Seite steht.»

Autor

Dennis Kalt

Meistgesehen

Artboard 1