Rheinfelden
Preisverdächtig: Den Rückenschmerzen auf der Spur

Die Reha verleiht den Forschungspreis 2015 an eine Ärzte-Gruppe aus dem Bereich Physiotherapie. Sie analysierte die Gründe für Rückenschmerzen.

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Reha-Direktor Matthias Mühlheim (l.) und Thierry Ettlin, Chefarzt und medizinischer Direktor (r.), übergaben Christoph Bauer und Corina Schuster-Amft den Preis.zvg

Reha-Direktor Matthias Mühlheim (l.) und Thierry Ettlin, Chefarzt und medizinischer Direktor (r.), übergaben Christoph Bauer und Corina Schuster-Amft den Preis.zvg

Einmal im Leben leiden 80 Prozent der Schweizer Bevölkerung an Rückenschmerzen. Bei rund 10 Prozent führen sie bei den Betroffenen zur Chronifizierung. Insgesamt verursachen Rückenschmerzen so jährlich mehrere Millionen Fehltage. 2005 führte dies zu Kosten von zirka 2,5 Milliarden Franken.

Nur ein geringer Teil der Beschwerden lässt sich durch organische Ursachen erklären. Ein Grossteil sind unspezifische Beschwerden und stellen Mediziner und Therapeuten vor eine Herausforderung in der Behandlung. Häufig kann man feststellen, dass bei Personen mit chronischen Schmerzen im unteren Rückenbereich Bewegungsmuster, Bewegungskontrolle, Körperhaltung und Körperwahrnehmung im Vergleich zu Personen ohne Schmerzen verändert sind.

Gruppe untersuchte Ursachen

Eine Möglichkeit, die Veränderung der Körperwahrnehmung zu messen, ist die Abweichung beim Versuch, eine eingenommene Haltung aufzulösen und wieder einzunehmen. Diese Abweichung wird als Repositionierungsfehler bezeichnet und soll helfen, Defizite bei Patienten objektiv zu messen.

Eine Forschergruppe aus dem Bereich Physiotherapie der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften beschäftigte sich in einer umfangreichen Literaturarbeit mit diesem Repositionierungsfehler. Die Autoren fanden heraus, dass Patienten mit Schmerzen im unteren Rückenbereich einen höheren Fehler aufweisen als Gesunde und sich dabei deutlich weniger in Richtung Beugung und dafür mehr in Richtung Streckung bewegen. Dieses Wissen soll Therapeuten helfen, die Patienten zu klassifizieren und entsprechende wirkungsvolle Behandlungstechniken auszuwählen und anzuwenden.

Für ihre Forschung wurde die Gruppe (Anne-Kathrin Rausch Osthoff, Markus Ernst, Fabian Rast, Danica Mauz, Eveline Graf, Jan Kool und Christoph Bauer) nun mit dem vierten Forschungspreis der Reha Rheinfelden ausgezeichnet. Aus acht eingegangenen Arbeiten von unterschiedlichen Fachhochschulen, Hochschulen und klinischen Forschungseinrichtungen beurteilte die Jury die Arbeit der Rückenschmerzen-Forschung als die Beste.

5000 Franken Preisgeld

Die Forschergruppe erhielt neben einer Urkunde eine Preissumme von 5000 Franken. Die Preisübergabe fand im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung der Reha Rheinfelden statt, bei der Christoph Bauer die Forschungsarbeit einem interessierten Publikum präsentierte.

Der Forschungspreis wird jährlich vergeben. Die Ausschreibung für den Forschungspreis 2016 läuft bereits. (az)

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