Wölflinswil

Qualitätswettbewerb hat gezeigt: Die besten Kirschen gibt es im Fricktal

Die mit Gold und Silber ausgezeichneten Kirschenbauern in der Anlage Grüebli in Wölflinswil: Jürg Bircher, Wölflinswil; Franz Freiermuth, Wölflinswil; Kurt Rennhard, Leuggern; Hansruedi Burkart, Obermumpf; Urs Reimann, Wölflinswil; Max Stenz, Leutwil; Gregor Rehmann, Kaisten; Stefan Müller, Wiliberg; Müller-Villiger, Alikon; Adrian Schreiber, Wegenstetten; Christof Müller, Schupfart; Dieter Bürgi, Olsberg; Urs Weiss, Sulz; Dani Keller, Hottwil; Martin Hort, Wittnau; André Steinacher, Schupfart. – Foto: bi

Die mit Gold und Silber ausgezeichneten Kirschenbauern in der Anlage Grüebli in Wölflinswil: Jürg Bircher, Wölflinswil; Franz Freiermuth, Wölflinswil; Kurt Rennhard, Leuggern; Hansruedi Burkart, Obermumpf; Urs Reimann, Wölflinswil; Max Stenz, Leutwil; Gregor Rehmann, Kaisten; Stefan Müller, Wiliberg; Müller-Villiger, Alikon; Adrian Schreiber, Wegenstetten; Christof Müller, Schupfart; Dieter Bürgi, Olsberg; Urs Weiss, Sulz; Dani Keller, Hottwil; Martin Hort, Wittnau; André Steinacher, Schupfart. – Foto: bi

Spitzenresultate erreichten in einem Kirschen-Qualitätswettbewerb der Aargauer Obstproduzenten die Wölflinswiler Jürg Bircher mit 60 Punkten und Franz Freiermuth. Bircher präsentierte eine eindrückliche Produktpalette auf seiner Anlage.

Die Aargauer Obstproduzenten, im Fricktal vertreten durch Gusti Schmid in Gipf-Oberfrick, der in der Gruppe Steinobst mitwirkt, führten einen Qualitätswettbewerb unter den Aargauer Kirschenproduzenten durch. Dieser wurde begleitet vom Landwirtschaftlichen Bildungszentrum Liebegg mit Othmar Eicher.

Spitzenresultat für einen Fricktaler

Die Fachgruppe hat 16 Betriebe in die Ränge gestellt. Das Spitzenresultat erreichte Jürg Bircher, Wölflinswil mit dem Maximim von 60 Punkten knapp gefolgt vom Wölflinswiler Franz Freiermuth mit 59,875 Punkten. Insgesamt zehn Obstbauern kamen in den Gold-Rang.

Die Anlage von Jürg Bircher zeigte sich mit einer eindrücklichen Produktepalette nun kurz vor der Vollernte. Rosmarie und Stephan Zuber aus Aristorf BL, die in der Nordwestschweiz in der Vermarktung eine wichtige Drehscheibe bilden, bestätigten diese geradezu prachtvolle Ernte, die bevorsteht.

Rosmarie Zuber ist seit 42 Jahren im Obstgeschäft tätig. Die Preise werden im Produktezentrum (früher Obstbörse) festgelegt. «Die Preise sollen für alle Beteiligten fair sein», meinte sie. «Der Hochstammanbau ist dabei auch weiterhin im Rennen. Aber die Qualität ist nicht überall gut, weil viele Bäume zu wenig gepflegt werden», sagte die Fachfrau.

Als Hochstammbäume bezeichnet man Bäume ab einer Asthöhe von 180 Zentimetern. Im heutigen Landschaftsbild fällt auf, dass hochstämmige Obstbäume immer mehr den Niederstammbäumen weichen müssen.

Aber Hochstämme sind kulturlandschaftlich und geschichtlich von grosser Bedeutung und Wichtigkeit, denn sie können eine Bereicherung für das Landschaftsbild sein. Darüber hinaus sind sie ökologisch wertvoll, da sie Lebensraum für verschiedene Vogel- und Insektenarten wie etwa Steinkauz, Wiedehopf, Hänfling, Hohltaube oder Wespenbussard bieten.

Hochstammbäume haben eine Lebenserwartung von rund 150 (Apfel) bis etwa 300 Jahren (Birne). Sie brauchen 10 bis 15 Jahre, bis die Früchte geerntet werden können. Je älter der Baum, desto besser werden die Früchte im Geschmack. Dies steht im Gegensatz zu den Niederstammbäumen, die nach 3 Jahren genutzt und nach 18 bis 20 Jahren wieder ausgerissen werden.

Bäume, die man heute pflanzt und pflegt, haben also in der nächsten Generation den höchsten Nutzungsertrag. Daher ist der Anbau von Hochbaumstämmen eine Investition in die Zukunft und für die nächste Generation.

Fr. 3.70 bis Fr. 7.20 für ein Kilo Kirschen

Die Preise für die Produzenten liegen zwischen Fr. 3.70 und Fr. 7.20 für ein Kilo Kirschen der Spitzenklasse. Auch im Baselbiet kommen heute bis zu einem Drittel der Produktion aus überdeckten Anlagen. Die grosse Investition in dieses Anbausystem zeigt vorab dieses Jahr seine volle Wirkung.

Trotz langer Regenperiode und spät einsetzender Wärme erbringen jetzt diese Anlagen einen Rekordertrag. Das Chriesiland Fricktal behauptet sich, denn der Grossteil der Aargauer Kirschenproduktion liegt im Fricktal, und eine starke Verbreitung des Anbaus gibt es noch im Zurzibiet und dann in Einzelbetrieben in Leutwil, Alikon und Wiliberg.

Bei der Bewertung wurden Fruchtbehang, Fruchtgrösse und Qualitätsbeurteilung am höchsten gewichtet. Weiter aber auch Kronenaufbau, Triebwachstum, die Bodenpflege und allfällige Krankheiten oder Schädlingsbefall der Kirschen.

Gusti Schmid betonte, dass bei den jetzigen idealen Erntevoraussetzungen der Ertrag sehr gut sei, aber ohne dauernde Pflege und letztlich Freude am Produkt wäre der hohe Standard in der Kirschenproduktion schlichtweg nicht zu halten.

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