Der Planungsverband Fricktal Regio hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2019 eine regionale Standortförderung aufzubauen. Die Abgeordneten haben dafür eine 20-Prozent-Stelle genehmigt. Seit Anfang 2017 steht Judith Arpagaus mit diesem Pensum im Einsatz – und schliesst damit die erste Hälfte ihres befristeten Einsatzes in diesen Tagen ab.

Finanziell unterstützt wird das Projekt im Rahmen des Programms Neue Regionalpolitik (NRP) von Bund und Kanton. Letzterer steht auch mit Rat und Tat zur Seite. «Ziel der NRP-Projekte ist es, in den Regionen die Wirtschaftskraft und die Standortattraktivität zu erhöhen», sagt die zuständige Projektleiterin Simone Meyer. Die kantonale Standortförderung unterstütze verschiedene Projekte im Kanton. «Wir haben den Überblick und fördern den Austausch unter den Projektträgern. So können die regionalen Projekte voneinander profitieren, Erfahrungen teilen und Kompetenzen nützen.» Den Verantwortlichen von Fricktal Regio windet Meyer dabei ein Kränzchen: «Man spürt, dass sich der Vorstand für die regionale Standortförderung starkmacht.»

Stellenbörse auf der Website

In der Anfangsphase ging es laut Arpagaus darum, die Projektplanung zu erstellen und «viele kleine Schritte zu machen». So habe man etwa Schwerpunkte für die regionale Standortförderung gewählt: «In der ersten Phase wollen wir den Life-Science-Sektor und die ansässigen kleinen und mittleren Unternehmen stärken», so Arpagaus. In einer späteren Phase soll dann das Augenmerk auf Wohnen, Freizeit und Tourismus gerichtet werden.

Arpagaus hat viele Gespräche mit Unternehmen geführt – und dabei zwei Problemfelder herausgespürt: «Der Fachkräftemangel und der zunehmende Verkehr.» Um mitzuhelfen, Ersteren zu lindern, gibt es auf der Website von Fricktal Regio seit letztem Herbst ein Stellenportal mit allen freien Jobs im Fricktal. «Das Portal findet Beachtung», so Arpagaus, «ich wurde schon öfters darauf angesprochen.» Ebenfalls bereits umgesetzt ist die Aktualisierung der kantonalen Datenbank mit freien Gewerbe-Liegenschaften und -Arealen. Und: «Wir versuchen, die Vernetzung der Unternehmen zu intensivieren», so Arpagaus. Gerade im Life-Science-Sektor sei dies gut gelungen und es gebe erste gemeinsame Projekte wie Werbeaktionen.

Regelmässige Anfragen

Bis Ende 2019 soll nun die regionale Standortförderung weiter etabliert werden. Dabei gehe es immer darum, Menschen zusammenzubringen, Interessen zu bündeln und die Vorzüge der Region bekannt zu machen, sagt Arpagaus. Derzeit ist das Projekt noch befristet. Ob und wie es längerfristig weitergeführt werden kann, entscheidet sich im kommenden Jahr. Für die drei Aufbaujahre sind 225 000 Franken veranschlagt, die sich Bund, Kanton und Fricktal Regio gleichmässig teilen.

«Längerfristig sollte sich die regionale Standortförderung dann aus der Region finanzieren», sagt Simone Meyer, Der Beitrag des Kantons sei als Anschubfinanzierung gedacht. In den ersten 18 Monaten habe sich gezeigt, dass es eine regionale Anlaufstelle in Sachen Standortförderung brauche, sagt Arpagaus. «Es kommen regelmässig Anfragen rein, die teilweise rasche Antworten erfordern.» Wie Meyer hofft Arpagaus deshalb, dass das Projekt längerfristig betrieben werden kann. Bislang sei die Resonanz aus den Gemeinden positiv. «Sie haben an den Abgeordnetenversammlungen jeweils zugestimmt und stehen dahinter», so Arpagaus. «Auch bei Anfragen stosse ich stets auf offene Türen.»