«Nach den Sommerferien fängt mit dem Schulbeginn der ‹Ernst des Lebens› wieder an, hiess es früher», erinnerte sich Marc Bühler von der Bühler&Oettli AG. «Für uns als Generalplaner bedeutet dies nun sinngemäss, dass aus der Vorstellung und den Zielen der Bauherrschaft, der planerischen Umsetzung der Architekten und Ingenieure nun ebenfalls ‹ernst› wird.»

Tatsächlich gilt es nun ernst. Mit dem Spatenstich für die Sanierung und Erweiterung des Engerfeld-Schulhauses wurde «die grösste Investition Rheinfeldens der letzten Jahrzehnte» in Angriff genommen, wie Stadtrat Hans Gloor sagte. Deshalb sei es für die Stadt «ein denkwürdiger Tag».

Kraftakt für die Stadt

30 Millionen Franken haben die Rheinfelder Stimmberechtigten für das Projekt gesprochen. Davon entfallen rund 20 Millionen auf den Erweiterungsbau, 10 Millionen kosten die Sanierungsarbeiten. Gloor betonte, dass Bauteile und Installationen im bestehenden Schulhaus, die noch eine Lebenserwartung von über zehn Jahren haben, nicht erneuert werden. «Dadurch konnte das Kostendach eingehalten werden.» Nicht im Kredit enthalten ist der Bau einer neuen Dreifach-Turnhalle, der nach der Fertigstellung der Schulräume in Angriff genommen werden soll.

Betrachtet man auch die Investitionen der vergangenen fünf Jahre in Kindergärten und Schulbauten, so summieren sich diese mit dem Engerfeld-Projekt auf insgesamt 60 Millionen. Dies sei ein «Kraftakt» für die Gemeinde, so Gloor. Dieser gelinge nur dank einer weitsichtigen Planung und einem sorgfältigen Umgang mit den Steuergeldern. «Aber auch dank dem Umstand, dass die Bevölkerung trotz guten Rechnungsabschlüssen auf eine Steuerreduktion verzichtet.»

Gloor blickte in seinem Referat auch auf die politischen Hürden zurück, die in der Planungsphase überwunden werden mussten. Zunächst führte die vom Regierungsrat vorgeschlagene Umstrukturierung der Berufsbildungszentren zu einem Planungsstopp. Der Grosse Rat trat aber letztlich nicht auf die Vorlage ein. Später galt es, die Oberstufen Fischingertal und Stein in die Planungen zu integrieren. «Vor allem die Frage, ob das vorgesehene Bauvolumen den neuen Anforderungen gerecht würde, musste beantwortet werden», sagte Gloor. Dies sei der Fall, vor allem auch weil der Stadtrat sich vom ersten Projekt verabschiedet und die heutige Variante mit einem Annexbau in Auftrag gegeben habe.

Weiterer Ausbau möglich

Gloor verwies in seinen Ausführungen überdies auf die gute Zusammenarbeit zwischen Bauherrschaft, Planern und Nutzern. Das stimme ihn zuversichtlich, «dass auch die hohen Herausforderungen, einen Um- und Neubau bei laufendem Schulbetrieb zu realisieren, gemeistert werden können».

Bereits wurde auch an mögliche weitere Ausbauetappen gedacht. «Der Erweiterungstrakt ist bereits mit der Möglichkeit einer späteren Aufstockung um zwei zusätzliche Geschosse geplant worden», sagte Marc Bühler. Und dank Zwischenwänden in Leichtbauweise wird eine Flexibilität für künftige Anpassungen erzielt.

Hans Marthaler, Rektor des Berufsbildungszentrums Fricktal und damit einer der Nutzer, lobte seinerseits die Stadt für ihr Engagement. «Rheinfelden tätigt eine äusserst sinnvolle Investition für unsere Jugend und leistet einen Beitrag, die regionale Wirtschaft weiterhin mit gut qualifizierten Fachkräften zu versorgen.