Möhlin

Rucksäcke mit neuer Funktion: Ein Fricktaler Start-up macht sie zu Werbeflächen

Yannik Inniger, Carlo Toccariello, Simon Haller, Cynthia Haller, Yves Wehrli und Daniel Jakober (v.l.) haben das Unternehmen gemeinsam gegründet.

Sechs Studenten aus Möhlin haben dafür eine eigene App entwickelt – gestern startete in Basel die erste Kampagne.

Yannik Inniger, Carlo Toccariello, Simon Haller, Cynthia Haller, Yves Wehrli und Daniel Jakober kennen sich schon seit ihren Sandkastenzeiten. Nun haben die sechs Möhliner Studenten die AdBag GmbH gegründet – ein Start-up-Unternehmen, das Werbekampagnen auf Rucksäcken anbietet.

Simon Haller, einer der Gründer, erklärt, wie es zur Idee kam. «Ich wollte Kenntnisse aus meinem Wirtschaftsstudium auch aktiv nutzen und umsetzen. Bei Diskussionen mit Kollegen über Werbung im digitalen Zeitalter kamen wir auf Rucksäcke als mögliche Werbeträger.»

100 AdBags sind seit gestern in Basel unterwegs

Das Konzept ist einfach: AdBag stattet die teilnehmenden Studenten mit Rucksäcken aus – es gibt drei unterschiedliche Varianten – und vermietet die Rückseite der Rucksäcke als Werbefläche an interessierte Unternehmen. Die Studenten tragen ihren Rucksack mit einer fixierbaren Werbung im Alltag und erhalten als Gegenleistung 100 Franken pro Monat.

Der Rucksack wird via Bluetooth mit einer App verbunden, die unter anderem die Schritte zählt. «So wird sichergestellt, dass die Rucksäcke auch getragen werden und die Werbung am gewünschten Ort ankommt.»

Als minimale Bedingung gelten dabei derzeit 1000 Schritte pro Tag mit Rucksack, wie Haller sagt. Die entsprechende App haben die Studenten – drei studieren Wirtschaft, drei haben einen technischen Background – selber entwickelt und wollen sie auch noch weiter verfeinern.

Haller ist überzeugt, dass mit dem neuen Angebot eine Win-win-Situation geschaffen wird. Werbende Unternehmen hätten dank den mobilen AdBags Zugang zu Orten, die bislang für Werbung nicht erreichbar waren, und die Studenten profitierten als Teilnehmer von einem Nebenverdienst, ohne Zeit und Aufwand zu investieren.

In Brugg und Zürich führte die AdBag GmbH bereits Pilotkampagnen durch. Gestern nun fand mit dem Start für eine Kampagne für Mobility-Go der offizielle Markteintritt statt. Für die Kampagne hat das Start-up 100 Werbeträger gefunden. «Ein Teil davon stammt aus unserem privaten Umfeld», so Haller.

«Viele haben wir aber gewonnen, als wir unser Unternehmen an den Basler Hochschulen präsentiert haben.» Für den Einstieg habe zudem auch geholfen, dass ein Teil der Gründungsmitglieder ihre Bachelorarbeit über das Projekt verfassen können und so wertvolle Unterstützung von den Hochschulen erhalten haben.

Bereits sind die Jungunternehmer im Gespräch mit weiteren potenziellen Kunden, und so sollen dereinst Kampagnen in verschiedenen grösseren Deutschschweizer Städten – darunter Aarau und Brugg – zu sehen sein. Doch auch im Fricktal ist AdBag verankert. Für die Lagerung, Aufbereitung und den Versand der Rucksäcke arbeitet das Start-up mit der Stiftung MBF aus Stein zusammen, und von der Jakob Müller AG in Frick wurde es bei der Produktentwicklung aktiv unterstützt.

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Autor

Marc Fischer

Marc Fischer

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