Der Mobilfunkanbieter Salt strebt im Fricktal einen Netzausbau an. Zu diesem Schluss kommt, wer in den vergangenen Wochen die Baugesuchs-Publikationen der Gemeinden verfolgt hat. Derzeit liegen sowohl in Gipf-Oberfrick als auch in Zeiningen Gesuche für den Bau einer neuen Mobilfunkanlage auf. In Gipf-Oberfrick ist als Standort das Gebäude der Landi am Gehrenweg vorgesehen; in Zeiningen ist es ein Mehrfamilienhaus an der Ecke Sonnhaldenweg/Juchgasse.

In Gipf-Oberfrick handelt es sich gemäss Salt um den Ersatz einer bereits abgebrochenen Anlage. Zeiningen hingegen wird neu erschlossen. «In den Regionen, die noch Lücken hinsichtlich der Netzabdeckung oder Probleme mit der Kapazität aufweisen, planen wir einen Netzausbau», heisst es bei der Pressestelle von Salt auf Anfrage. «Wir wollen die fehlende oder unzureichende Abdeckung der Region verbessern.»

Funkloch im Mettauertal

Nach Angaben von Salt deckt das Mobilfunknetz bereits über 99 Prozent der Schweizer Bevölkerung ab. «Wir erreichen jetzt 94 Prozent mit unserem superschnellen 4G-Netz», heisst es auf der Website des Anbieters. Einige Lücken gibt es aber noch – gerade im 4G-Netz und besonders im Fricktal.

Eine Lücke betrifft das Möhlintal. Kommt die neue Antenne in Zeiningen, dürfte sie zumindest teilweise geschlossen werden. Vor allem aber das Mettauertal gleicht einem einzigen Salt-Funkloch. Das zeigt ein Blick auf die Netzabdeckungs-Karte. Zum Standort nimmt das Unternehmen zwar keine detaillierte Stellung, aber: 15 bis 20 weitere neue Anlagen seien im Fricktal geplant. Der Schluss liegt daher nahe, dass zumindest eine davon im Mettauertal gebaut werden soll. Wann es soweit ist, bleibt unklar. Salt wolle die vorhandenen Deckungslücken «sobald wie möglich» schliessen, heisst es bei der Pressestelle. Aber: «Die Genehmigungsverfahren können manchmal sehr lange dauern.»

Schupfart ist nicht aktuell

Diese Erfahrung hat der Mobilfunkanbieter im Fricktal bereits gemacht. Erst im vergangenen Herbst lehnte die Sulzer Kirchenpflege den Bau einer Antenne im Glockenturm ab. Man wollte die im Dachstock lebende Fledermaus-Kolonie nicht gefährden.

Ebenfalls auf Widerstand stiess Salt in Schupfart. 2015 wollte das Unternehmen hier eine neue Antenne bauen. Anwohner aber befürchteten gesundheitliche Schäden und wehrten sich. 181 setzten ihre Namen auf eine Unterschriftensammlung gegen das Baugesuch. Auch der Gemeinderat wollte von einer Antenne auf dem Mehrfamilienhaus mitten im Dorf nichts wissen und lehnte das Baugesuch ab. Salt wiederum verpasste es, diesen Entscheid anzufechten. Seither ist es still geworden um den möglichen Standort Schupfart. «Im Moment ist dieser Standort nicht aktuell. Das kann sich aber wieder ändern», heisst es bei Salt.