Die Überbauung der Leigrube, die Planung des Oberstufenstandorts und die Zukunft des Sportplatzes Riburg – der Möhliner Gemeinderat hatte die Traktandenliste für die Pressekonferenz am Montagmorgen voll gepackt. Und er erschien in voller Besetzung zum Termin. «Das zeigt, wie wichtig uns die Themen sind», sagte Ammann Fredy Böni.

Der Gemeinderat hat sich die letzten vier Monate Zeit genommen, die Konsequenzen der Gemeindeversammlung von Anfang Dezember genau zu prüfen. Zur Erinnerung: Die Versammlung lehnte damals den Verkauf des Areals Rüttenen, das früher als Sportplatz diente, ab. Damit zerschlug sich das Vorhaben des Gemeinderats, die Sanierung der Schulhäuser im Fuchsrain und den Neubau eines Oberstufenschulhauses im Steinli zumindest in Teilen durch Eigenmittel finanzieren zu können. «Wir können uns dieses Schulhaus so nicht leisten», fasste Böni am Montag die Lage zusammen.

Bleibt die Oberstufe in Mumpf?

Stattdessen soll nun eine Arbeitsgruppe klären, ob die Schulhäuser auch für weniger als sieben Millionen Franken saniert werden können. Und auch, ob ein neues (redimensioniertes?) Oberstufenschulhaus drin liegt und welche Auswirkungen dieses auf die Schulraumplanung hätte – nicht nur in Möhlin. Denn die Fricktaler Schullandschaft ist in Bewegung. So gibt es gemäss regionaler Schulraumplanung künftig nur noch vier Oberstufenstandorte: Frick, Laufenburg, Möhlin und Rheinfelden. Mumpf und Wegenstetten würden die Oberstufe verlieren. Allerdings scheint hier das letzte Wort doch noch nicht gesprochen. Prüfen wird die Arbeitsgruppe nämlich auch, ob ein Oberstufenstandort Möhlin mit Aussenstandort Wegenstetten oder Mumpf eine Option ist. Wobei ein möglicher Neubau einen Aussenstandort nicht ausschliesst.

Klar ist: Der Schulkreisvertrag Möhlintal soll auf Ende des Schuljahres 2018/19 gekündigt werden. Das gilt es in den Planungen zu berücksichtigen. Die Bezirksschüler aus dem Fischingertal gehen ab dem Schuljahr 2019/2020 nach Rheinfelden statt nach Möhlin. Wiederum schickt Möhlin dann keine Schüler mehr nach Wegenstetten. An der Einwohnergemeindeversammlung vom 22. Juni wird die Gemeindeversammlung von Möhlin über die Kündigung des Vertrages befinden.

«Wir haben die Kündigung zur Kenntnis genommen, sind aber natürlich stark daran interessiert, dass die Oberstufe bleibt», sagte der ebenfalls anwesende Wegenstetter Gemeindeammann Willy Schmid am Montag vor den Medien. Er betonte, dass die Diskussion um die Schulstandorte ein emotionales Thema sei. «Das merke ich bei entsprechenden Sitzungen schon jetzt», sagte er. Daher sei er froh, dass in der Arbeitsgruppe auch ein Vertreter aus dem Tal sitzen wird.

Resultate im September

Die Arbeitsgruppe wird nun sofort mit den Abklärungen beginnen. Ziel ist es, dass bis spätestens Ende September Resultate vorliegen. «Die Chance soll bestehen, allenfalls an der Wintergemeinde einen Planungskredit für ein allfälliges neues Schulhaus vorzulegen», sagte Böni. Betont wurde am Montag aber unisono, dass noch nichts entschieden sei und man die Abklärungen «völlig ergebnisoffen angehen wird», wie der Möhliner Schulpflege-Präsident Stephan Müller sagte.