Die Erleichterung ist Pius Beck anzuhören: «Wir haben einen Wirt gefunden, das ‹Schwert› geht am 3. September wieder auf.» Damit hat Schupfart nach eineinhalb Jahren wieder eine Dorfbeiz.

Die Suche nach einem neuen Wirt gestaltete sich für die Schwert-Bühlmatt-Genossenschaft äusserst schwierig. «Die Gastrobranche ist heute ein hartes Pflaster. Chancen hat nur noch, wer ein spezielles Konzept hat und bereit ist, hart zu arbeiten», sagt Beck.

Zwar haben sich in den letzten 18 Monaten mehr als 20 Interessenten bei der Genossenschaft gemeldet. Doch jemand, der aufs «Schwert» passt, war nicht darunter. Zum Teil «war es erschreckend, mit welchen Vorstellungen die Leute bei uns vorstellig wurden», blick Beck zurück. Dann gab es durchaus auch Konzepte, die überzeugten; doch das Geld fehlte. «80 Prozent scheiterte an den Finanzen. Der Rest an Selbstüberschätzung.»

Dann meldete sich im Mai Salvino Modica – und überzeugte die drei Vorstandsmitglieder der Genossenschaft schnell. Der 56-jährige Italiener führte lange in der Nähe von Mailand eine Pizzeria und wirtet derzeit zusammen mit seiner Frau, einer Ukrainerin, im deutschen Schliengen. «Er ist ein Macher», ist Beck überzeugt.

Zwei Eigenschaften muss das Wirtepaar mitbringen, wenn es Erfolg haben will: Die beiden müssen Gastgeber mit Leib und Seele sein. Und Chrampfer. «Auf dem Land funktioniert ein Restaurant nur, wenn man zu zweit ist und beide voll in die Hosen steigen», sagt Beck. Wer hohe Lohnkosten habe, sei bereis auf verlorenem Posten.

Auch die Karte – Modica will eine gutbürgerliche Küche mit italienischem Flair anbieten – ist nach dem Gusto der Genossenschafter. «Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt», ist Beck überzeugt. «Und die italienische Küche kann hier funktionieren.» Wem er im Dorf auch von der Wiedereröffnung erzählt, die erste Frage ist stets: «Hat er auch Pizza?» Er hat – und es gibt sie auch über die Gasse.

Die italienische Küche sei bei den Schweizern nach wie vor beliebt, weiss Beck, und das «Schwert» könne so zu einem Anziehungspunkt für die Leute aus den umliegenden Gemeinden werden. Das muss es auch, denn: «Vom Dorf alleine kann das Restaurant nicht leben.»

Niedriger Pachtzins

Auf die Unterstützung der Genossenschaft kann Modica zählen. Dazu gehört auch, dass der Pachtzins moderat ist. «Wir wollen keinen Gewinn erwirtschaften, sondern wir wollen, dass Schupfart auch in Zukunft ein Restaurant hat», sagt Beck. Der Genossenschaft kommt dabei zugute, dass sowohl die Hypothekarzinsen wie àuch die Schulden tief sind. Die drei Gästezimmer, die dauervermietet sind, helfen ebenfalls bei der Finanzierung. Die Zimmer werden aktuell durch die Genossenschaft bewirtschaftet. Sobald Modica das Inventar übernommen hat, kann er sie selber vermieten. Nicht übernehmen wird er den ehemaligen Bühnenraum; dieser ist fest an drei Malerinnen vermietet.

Die Genossenschaft unterstützt das neue Wirtepaar, das derzeit fleissig am Deutschlernen ist, auch mit konkreten Ideen: «Ich habe ihnen vorgeschlagen, das Telefonbuch zur Hand zu nehmen und 100 Firmen für das Weihnachtsessen anzuschreiben», sagt Beck. «Wenn auch nur zwei Firmen anbeissen und die Mitarbeiter das ‹Schwert› zufrieden verlassen, ist viel gewonnen.» Denn: «Die Mund-zu-Mund-Propaganda ist die beste Werbung.»

Neueröffnung: Samstag, 3. September, 12 Uhr.