Wallbach

Schutzmauer statt orange Schläuche – jetzt sind die Stimmberechtigten gefragt

Bei akuter Hochwassergefahr werden in Wallbach Beaverschläuche aufgebaut – das soll sich ändern.

Bei akuter Hochwassergefahr werden in Wallbach Beaverschläuche aufgebaut – das soll sich ändern.

Die Wallbacher Gemeindeversammlung stimmt am Montag über die baulichen Massnahmen zum Hochwasserschutz ab.

In Wallbach hat man sich schon fast an das Bild gewöhnt: Immer wieder müssen am Rheinufer die orangen Beaverschläuche aufgebaut werden, um das Dorf von Hochwasser zu schützen. Zuletzt war das im Januar 2018 der Fall, vor einigen Wochen wurde der Einsatz zumindest diskutiert. Die Dorfkernzone wird bei einem Abfluss von 3000 Kubikmetern Wasser pro Sekunde überflutet. Dies entspricht einem zwei- bis fünfjährigen Hochwasser.

Nun plant die Gemeinde bauliche Massnahmen zum Schutz vor dem Wasser. «Nahezu jährlich ist ein personalintensiver Beaver-Einsatz erforderlich, was auf Dauer als unzumutbar erachtet wird», heisst es in der Botschaft zur anstehenden Gemeindeversammlung am Montag. Zudem sei ein Beaver-Einsatz in Bezug auf Abflusshöhe, Fliessgeschwindigkeit und Schwemmholz limitiert und gewährleiste somit keine ausreichende Sicherheit.

Um den Hochwasserschutz sicherzustellen, ist deshalb der Bau einer Schutzmauer geplant, die oberhalb des Pontonierdepots beginnt und bis hinunter zum Wohnquartier «Chalch» verläuft. Die Schutzmauer ist rund 65 Zentimeter hoch und aus Beton, bei Bedarf können zudem mobile Dammbalken eingesetzt werden. «Dadurch können die nötigen Feuerwehreinsätze wesentlich reduziert werden, und der Einsatz der Beaverschläuche wird der Vergangenheit angehören», heisst es weiter.

Bund und Kanton beteiligen sich

Gleichzeitig mit dem Bau der Schutzmauer soll das Rheinufer in diesem Bereich ökologisch aufgewertet werden. Die Kosten dafür tragen Bund und Kanton. Zudem ist auf der Rheinstrasse eine Sanierung vorgesehen, die im Rahmen der Hochwasserschutzmassnahmen erledigt werden soll. Diesen Kredit wird der Gemeinderat voraussichtlich an der Gemeindeversammlung im Winter vorlegen.

Über den Kredit für die Hochwasserschutzmassnahmen entscheiden die Stimmberechtigten am Montag. Die Kosten belaufen sich auf rund acht Millionen Franken und werden vom Bund mit rund 2,8 Millionen Franken subventioniert. Den restlichen Anteil teilen sich Gemeinde und Kanton. Für die Gemeinde fallen Kosten in der Höhe von 3,12 Millionen Franken, für den Kanton in der Höhe von 2,1 Millionen Franken an.

Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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