Wahlen 2020

Seit 2018 präsidiert Alfons P. Kaufmann die CVP-Fraktion im Grossen Rat – er zieht eine positive Bilanz

Sandra Frei-Struchen und Alfons P. Kaufmann, der sein Rüebli-Risotto schöpft.

Sandra Frei-Struchen und Alfons P. Kaufmann, der sein Rüebli-Risotto schöpft.

Dem Wallbacher Grossrat gefällt die Arbeit im kantonalen Parlament. Für die kommende Legislaturperiode hat er konkrete Ideen und Vorstellungen.

Schwarz-weiss ist bei ihm nicht: Alfons P. Kaufmann gehört zu den «farbenfrohen» Grossräten – und dies gleich im dreifachen Sinn. Erstens ist er Malermeister und sich damit das Abmischen von Farbtönen gewohnt, was im politischen Alltagsgeschäft durchaus von Nutzen sein kann.

Zweitens ist er selber gerne bunt unterwegs; seine Halskette und seine Armbänder aus Halbedelsteinen sind sein Markenzeichen. Drittens gibt Kaufmann, der seit drei Jahren im Grossrat sitzt, seit einem Jahr als Fraktionspräsident seinen Anstrich.

Dass ihm das Politisieren Spass macht, spürt man, wenn man mit ihm redet. Auch, dass er gerne noch mehr Farbkleckse im Kanton hinterlassen möchte. Ja, er trete gerne nochmals an, «sofern ich von der Bezirkspartei nominiert werde». Daran besteht kein Zweifel.

Über die ersten drei Jahre als Grossrat zieht Kaufmann eine positive Bilanz. Gerade auch mit Blick auf das Fricktal. Als Erfolg sieht er hier die klare Zusage zur neuen Mittelschule Fricktal, den neuen Leistungsauftrag für das Gesundheitszentrum Fricktal oder die Rettung des Berufsschulzentrums Rheinfelden.

Einen Erfolg konnte Kaufmann zudem mit der ersten Klimadebatte im Grossen Rat verbuchen, die auf seinen Vorschlag hin initiiert wurde. Und wie sieht es mit Niederlagen aus? Sicher verliere man auch Abstimmungen, räumt Kaufmann ein. «Für mich war aber nichts dabei, das mich komplett aus der Bahn geworfen hat.»

Gute Zusammenarbeit unter Fricktaler Grossräten

Als leidenschaftlicher Risotto-Koch – Kaufmann initiierte den Risotto-Bus, der im Nationalratswahlkampf im letzten Herbst durch den Aargau tourte – weiss er zudem: Auf die richtige Würzung kommt es an. Diese bringt er seit Januar 2018 als Fraktionschef in die Partei ein.

Er dürfe einer sehr aktiven Fraktion vorstehen, erzählt Kaufmann. «Die Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen und Parteien machen mir grossen Spass.» Diese gute Zusammenarbeit sei ihm insbesondere auch wichtig, weil man in der Runde der Fraktionspräsidien schon viel vorbesprechen könne und «weil wir nur Projekte fürs Fricktal durchbringen und umsetzen können, wenn wir das Gespräch über die Parteigrenzen suchen und gemeinsam nach Lösungen ringen».

Diese Zusammenarbeit beurteilt Kaufmann unter den 17 Fricktaler Grossräten als «sehr gut». Man trete meistens einstimmig für Anliegen des Fricktals auf, lobt er. Auch innerhalb der Fraktionsspitze spürt er Fricktal-Drive.

Denn nicht weniger als drei der sieben Fraktionschefs – neben ihm Claudia Rohrer (SP) und Désirée Stutz (SVP) – stammen aus dem Fricktal. Oder genauer: aus dem Bezirk Rheinfelden. Kaufmann lacht. Eigentlich seien ja vier der sieben Präsidien in Fricktaler Händen, wenn man Sabina Freiermuth (FDP) als ehemalige Fricktalerin dazuzähle.

Einen geschlossenen Auftritt der Fricktaler Grossräte wird es in der nächsten Amtsperiode auch brauchen, denn es kommen wichtige Fricktaler Projekte zur Entscheidung. Allem voran wird der Grossrat voraussichtlich in diesem Frühsommer über den Standort der neuen Mittelschule Fricktal entscheiden.

Vier Gemeinden haben sich mit insgesamt sechs Standorten als Standort beworben: Frick möchte die Mittelschule beim Oberstufenzentrum bauen, Stein bietet gleich vier Standorte an und Möhlin will die Schule zusammen mit Rheinfelden beim Bahnhof errichten.

Neben dem Grundsatzentscheid muss der Grosse Rat in den kommenden Jahren zudem über Planungskredit, Landsicherung, Projektierungs- und Ausführungskredit befinden, damit die neue Mittelschule fristgerecht 2028 eröffnet werden kann.

Gesundheitsberufe nach Rheinfelden bringen

«Weiter müssen wir von der Bildungskommission aus, in der ich Mitglied bin, alles daran setzen, damit wir in der nächsten Legislatur einen grossen Teil der Gesundheitsberufe in die Berufsschule Rheinfelden bringen», wirbt Kaufmann.

Ziel müsse sein, Rheinfelden zum zweiten Kompetenzzentrum der Gesundheitsberufe zu machen. «Dazu gehört auch, dass wir uns in Aarau stark einsetzen für das Gesundheitszentrum Fricktal und unsere zwei Spitäler, Rheinfelden und Laufenburg.»

Vorwärtsbringen möchte Kaufmann auch die Verkehrssituation. «Wir müssen uns einsetzen, damit auch in diese Infrastruktur investiert wird.» Dies bedingt für ihn den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, wozu Kaufmann die Wiedereröffnung der Rheintallinie zwischen Laufenburg und Koblenz zählt. Aber auch einen weiteren Rheinübergang – er ist in Sisseln angedacht – gelte es, im Auge zu halten.

«Dies insbesondere, da wir mit dem Sisslerfeld das grösste noch zusammenhängende Gewerbe- und Industriegebiet des Kantons Aargau besitzen.» Sollte dieses innert kurzer Zeit überbaut werden, «wäre die Verkehrssituation im Fricktal schlichtweg ein Chaos», mahnt Kaufmann.

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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